Andreas Vierk

Berliner Ring

 


Lange hat man drum gerungen:
Berlin gibt Wagners Nibelungen.

Publikum stand voll Verlangen,
schon in langen Warteschlangen,
dass man auch Kulissen seh
von dem Magier Richard W.

Doch anstatt der Opernlust
sieht man wieder Alltagsfrust:
Flüchtlingsströme, Plastik, Gender
gehn gewaltig auf den Sender.
Bleibt auch die Musike weg,
ist’s nur teurer Vogeldreck.

Auf Wotans Schulter die Tarantel
scheißt auf den Gestapomantel,
denn den hatte dieser Mann
seit den Sechzigern schon an.

Siegfried, splitternackt und fett,
kauert auf dem Plumpsklosett.
Hildchen, schrill doch stulledumm,
spritzt rot-grün ins Publikum.
Hagedorn in einer Karre
zückt die Terroristenknarre.

Sechzehn Stunden geht das so.
Wenn’s vorbei ist, ist man froh.
Ein finaler Nackenschuss
endet diesen Kunstgenuss.
Doch der Nibelunge Not
war im ersten Akt schon tot.

Die Berliner Puppenkiste
sichtet ihre Abschussliste.
Und man fragt sich, ob man tröte
bald in Mozarts Zauberflöte,
oder ob man dreh das Seil
für Chopin und für Kurt Weill.

 

 

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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