Ernst Wetzel

2021: Die vierte erlebte Corona-Welle

Die Angst umtreibt einen, es ist ja wieder so weit,
es „droht“ nun die 2021er Advents- und Weihnachtszeit,
weil man weilt wieder mehr in beheizten Verdichtungsräumen,
wo der Virus uns kann allgemein viel leichter umsäumen.
Dazu sich seit dem Frühjahr eine Virusvariante breitete aus,
deren Folgen gehen über die des Ursprungsvirus' weit hinaus.


Zwar sind wir geimpft, aber das nicht in der Breite genug,
denn ein Drittel Nichtgeimpfter sind da noch im Verzug,
weil sie sich vor der Impfung ängstigen oder aus Prinzip,
sie damit sozialer Verantwortung geben einen Hieb.
Genmanipulation findet mit der Impfung nicht statt
und der Nutzen überwiegt theoretische Nachteile satt.
Die Überlegung zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht,
hätte standhalten müssen vor dem Bundesverfassungsgericht.
So beschränkte man sich u. a. auf AHA1- und 3-G2-Regeln,
um den Infektionsschutz für alle verhältnisgemäß einzufädeln.
Die aggressivere Delta-Variante des Virus hat dazu geführt,
dass viele Nichtgeimpfte sind in Intensivbetten platziert,
Dazu sie auf der Intensivstation müssen liegen viel länger,
sie damit sind wirklich doppelt gemeinte Kostgänger,
denn zum einen treibt das die Sozialversicherungskosten,
und verschobene Operationen für Kranke sind auch ein Posten.


Bleiben wir (Voll-)Geimpfte aber mit uns selbstkritisch genug,
bei den AHA-Regeln sind wir dankbar verpflichtend am Zug.
Macht sich vielerorts da nicht auch gewisse Fahrlässigkeit breit,
der Delta-Virus freut sich über die ihm angebotene Gelegenheit,
sich zu verbreiten, auch über Voll-Geimpfte als ihr Transporteur,
wird man seinem Gegenüber zum (abgeschwächten) Virus-Exporteur.
Wobei der eigene Verbreitungsschutz wird auch immer prekärer,
weil die Immunisierung schon nach 2-3 Monaten wird defizitärer.
Wenn man dann noch im hohen Alter, dazu vulnerabel, ist,
wird man selber auch der intensiv behandelte Protagonist,
der eventuell auf der Intensivstation um seine Genesung ringt,
darauf hoffend, dass die Gesundung ohne Langzeitfolgen gelingt.
Ein Indiz für die nachgewiesene nachlassende Immunisierung
sind die vielen Impfdurchbrüche mit folglicher Hospitalisierung.


Wir erleben gegenwärtig nicht nur die „Tyrannei der Ungeimpften“3,
die gehören sollten zu den von der Gesellschaft Ausgeschimpften;
wir haben, vorsichtiger formuliert, eine aufflammende Pandemie,
die uns vermutlich erleben lässt schon Dagewesenes als Kopie.
An der beteiligt sind auch die sich sicher fühlenden Immunisierten,
weil sie eine gewisse Lässigkeit mit den AHA-Regeln generierten4.


Es muss heißen, durch Überzeugen die Impflücke zu verkleinern.
und mit Booster-Impfungen den Langzeitschutz wieder zu steigern,
Kostenloses (!) Testen sollte überall und für alle gelten allgemein,
Kostenpflichtigkeit scheint hingegen eher kontroproduktiv zu sein.
Man hoffte, damit die Impflücke mit Druck leichter zu schließen,
stattdessen sich auch voll Geimpfte dem Testen taten verschließen.
Und damit wurden Viele unentdeckt zu Delta-Virentransporteuren,
die ansonsten zu den eher einsichtigen Vernünftigen gehören.


Wir erleben stetig steigende Zahlen bei den erfassten Inzidenzen5,
müssen erfahren, das Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen,
In der Intensivpflege bekommt man das prägnant belastend mit,
wo das Fachpersonal seit Monaten arbeitet ermüdet am Limit,
Das Intensivpflegepersonal verabschiedet sich aus dem Beruf,
sollte das nicht längst stellvertretend sein für einen Weckruf ?
Folglich musste man auch die Intensivbettenzahl reduzieren,
weil man Ersatz dafür kann ja nicht so schnell generieren.
So werden eigentlich notwendige Operationen verschoben,
weil Corona-Fälle dringlicher eingestuft werden nach oben.


So will die Bundeswehr 12000 Soldat(inn)en bereitstellen,
wenn die Aufgaben in Kliniken und Behörden überquellen6.
Was nützt es, wenn die Politik mehr Tests zwingend beschließt,
sich aber bei der folglichen Quarantäneüberwachung verschließt;
was nützt es, wenn die Impf- und Testkapazitäten nicht ausreichen
weil sie ja Kostenträger sind und von Irgendeinem zu begleichen;
was nützt es, Kontaktverbote anzuordnen, ohne sie durchzusetzen,
welche nur über zusätzlich finanziertes Personal sind umzusetzen,
oder die den grundgesetzlich verankerten Privatbereich tangieren,
das Geschehen im Wohnungsbereich lässt sich kaum kontrollieren.
Man darf nicht noch andere (kommunale) Aufgaben schleifen lassen,
und diejenigen damit stärken, die unseren Staat ohnehin hassen.


Natürlich sei an das einsichtige Bürger-Verhalten appelliert,
aber bei dem, was die Politik noch so alles drohend diskutiert ?
An Lockdowns will man sich nicht noch einmal verheben,
stattdessen will die Politik durch viel mehr testen anstreben,
dass der Virus unentdeckt in der Gesellschaft herumschirrt,
und sein Übertragen auf Andere eingedämmt wird.
Es droht in geschlossenen öffentlichen Räumen 2G,
vielleicht auch noch mit zusätzlichem Test – oh weh‘.
Das behindert wieder Vieles, das wird nachrangig gesehen,
der Hallensport, Restaurants, Kunst, Theater und Museen
werden argumentativ wiederholt Bekanntes vortragen,
und über ihre ganz besondere Betroffenheit wehklagen.
Sie sollten bei aller Kritik aber mildernd berücksichtigen,
sie können sich diesmal ohne Lockdowns weiter betätigen.


Und die Impfpflicht in Teilbereichen, die soll auch kommen,
das von der Politik entschieden sei ihr auch nicht abgenommen,
nimmt man ein Pflegeheim, so mein glaubhafter Besuchsbericht,
sind regelmäßig Pflege-, Reinigungs- und Cateringpersonal in Sicht,
auch kann man helfende „Fütterer“ beim Essen beobachten,
oder Ehrenamtliche, die Pflegenden mit Gesprächen bedachten.
Einzig die Pflege als Berufsgruppe zur Impfung zu verpflichten
reicht nicht, wenn andere helfend „Dienste“ dort verrichten.


Die zielführende Umsetzung von 3G im öffentlichen Nahverkehr,
auch wirksam zu kontrollieren, fällt dessen Trägern äußerst schwer.
In Ballungszentren mit hoher Taktfrequenz und den kurzen Fahrtzeiten,
müsste entsprechend finanzierte Personalstärke die Fahrten begleiten.
Fahrgäste schon vor dem Betreten der Bahnhöfe oder Züge zu kontrollieren,
würde – ernsthaft umgesetzt – sie zu Warteschlangen agglomerieren7.
3 G soll auch Anwendung finden bei den (viel zu vielen) Inlandsflügen,
wo schon beim Einchecken das Personal die Aufgabe der Kontrolle mittrügen.
Mit der Vorgabe, betriebliche Tätigkeiten möglichst ins Homeoffice zu legen,
werden Unternehmen aufgefordert, hier eine Problementlastung anzustreben.
Ein anders gelagertes Sonderproblem sind die Fernreisen mit Bus und Bahn,
durch Gebiete und Staaten, die ihre Einzelregelungen ändern ganz spontan.
Deutschland z. B. ist ein verfassungsrechtlich föderalistisch geprägter Staat,
jedes Bundesland aus dem Instrumentenkasten8 Eigenes angewendet hat.

3G-Regeln sind nun auch konsequent umzusetzen in den Unternehmen,
diese müssen sich zur Kontrolle dieser mit Bußgeld bedroht bequemen.
Weiterer belastender Aufwand ergibt sich für die Arbeitgeber aber nicht,
denn das Infektionsschutzgesetz nimmt hier die Arbeitnehmer in die Pflicht;
entweder sie lassen sich die Infektionsfreiheit in Testzentren attestieren,
oder sich im Betrieb unter Aufsicht desselben diese getestet frankieren.
Die Frage, wer die Wege-Kosten9 trägt und ist das nicht schon Arbeitszeit,
überlässt der Gesetzgeber wieder mal den Gerichten wegen Unklarheit.
Hier können Betriebe mit Betriebsräten, besser noch tarifgebunden,
Regelungen treffen in ganz sicher streitigen Verhandlungsrunden.
Und wieder werden Arbeitnehmer in Kleinbetrieben allein gelassen,
die ohne Betriebsrat/Gewerkschaft können diese kaum veranlassen.


Man erkennt, politischer Wille zur Eindämmung ist ganz sicher vorhanden,
im täglichen Leben der Bürger fühlen die sich damit eher nicht verstanden.


Angeblich brauchen wir ja nur noch bis Ostern durchhalten,
bis sich wieder wärmere Frühlings-Temperaturen entfalten,
und sich die Menschen werden wieder draußen gruppieren,
sich bei den angewandten AHA-Regeln weniger infizieren.
Zweifel kommen da aber nach der 4. Welle auf,
gehört hat man den Appell doch schon zuhauf.10.

                                            1 AHA > Abstand, Hygiene, Alltagsmaske
                                             2 GGG > geimpft, genesen. getestet
                                             3 Aussage des Weltärztebund-Chef Ulrich Montgomery
                                                bei Anne Will am 7.11.2021
                                             4 sinngemäße Aussage des Institutsdirektors der Virologie im Charite‘,
                                                Christian Drosten in Berlin am 11.11.2021;
                                                  "Wir sind ja geimpft" ist eine vielfach getätigte Aussage.
                                             5 Sieben-Tage- und Hospitalisierungs-Inzidenz
                                             6 Generalleutnant Martin Schelleis am 13.11.2021 in "Der Tagesspiegel"
                                             7 WAZ vom 16.11.2021; Tagesthemen
                                             8 Das wird das neue Infektionsschutzgesetz je nach Infektionslage
                                                (stufig bei der Hospitalisierungs- und bei der 7-Tage-Inzidenz) ermöglichen
                                                (nach Beschluss einer Verordnung der jeweiligen Länderparlamente).
                                            9 Fahrtkosten i. S. beruflicher Werbekosten für die Steuererklärung;
                                               Wegeunfallkosten zum nächstgelegenen Testzentrum bzw. zum Testzentrum
                                    des Unternehmens;es gibt derzeit (noch) keine allgemeine Impfpflicht.
                                   10 RKI-Präsident Lothar Wieler warnte über die dpa sogar vor einer 5. Welle,
                                               wenn nicht noch stringenter gegengesteuert wird; FAZ Nr. 272 vom 22.11.2021

Mit dieser in Versen gehaltenen Kommentierung zur aktuellen Corona-Lage bei uns
wollte ich die Auswirkungen und (politischen) Antworten auf die vierte Corona-Welle
beleuchten und einen Diskussionsbeitrag dazu leisten.
Ernst Wetzel, Anmerkung zum Gedicht

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