Klaus Lutz

Weiße Seiten



Weiße Seiten

 

Das Buch der weißen Seiten! Du kannst es in keinem
Geschäft kaufen. Nur auf jeder Straße sehen. Lächelnde
Gesichter, die an Dir vorbei gehen. Ohne das Du sie wahr
nimmst. Freunde, die mit Dir reden wollen. Für die Du
aber nie Zeit hast. Länder, die Du besuchen willst. Wo es
aber immer wichtigeres, für Dich, gibt. Seen an denen Du
sitzen könntest. Die Dir aber nie von Wert sind. Und dann
auf einmal die Frage: "Warum ist mein Leben so leer?"

Mit Tagen wie weiße Seiten!

Das Buch der weißen Seiten! Du kannst es in keiner

Bibliothek ausleihen. Nur auf jeder Arbeit erfahren.
Die nie einen Sinn, für Dich, ergibt. Bei jedem Gespräch
kannst Du es sehen. Das nie ein Ergebnis zeigt. Bei
jedem Mensch der nur Sorgen hat. Der nie das Leben
richtig sieht. Mit jeder Mode der Du folgst. Die nie
etwas auf der Welt verändert. Nur dann, auf einmal die
Erkenntnis: "Warum steht die Welt von mir still?" Mit

Zeiten wie weiße Seiten!

Das Buch der weißen Seiten! Du kannst es in keinem

Haus entdecken. Nur in jedem Denken erkennen. Das
Dich nur lehrt ein Sklave zu sein. Mit jeder Idee zeigt es
sich. In der nie an Freiheit gedacht wird. Du findest es in
allen Gesetzen. Mit denen Menschen nur noch arbeiten
dürfen. Du kannst es, mit jedem Schritt, wahr nehmen.
Der keine eigenen Wege gehen darf. Nur dann plötzlich
die Tatsache: "Warum ist das Denken so kalt?" Mit

Sternen wie weiße Seiten!

Das Buch der weißen Seiten! Du findest es, in Tagen, wo

Du nur lebst. Du erkennst es, in Zeiten, wo Du nur da bist.
Du siehst es, mit Sternen, wo Du nur fremd bist. Du füllst
es mit Träumen. Wenn Du das Leben wagst. Du füllst es
mit Gedichten. Wenn Du zeigst wer Du bist. Du füllst es
mit Geschichten. Wenn Du sagst was Du willst. Du füllst
es mit Leben. Wenn Du mit Liebe gibst! Bleibe Dir einfach

treu. Und Du bist in dem Buch der König!

(C)Klaus Lutz

Hallo!

Jetzt ist mir wieder ein Fehler unterlaufen. In der ersten
Strophe.
Also: Die Dir aber nie von Wert sind! Nicht: Die Dir aber
nie wichtig
sind! Solche Fehler liegen nicht an meinem Alter. Das ist
mein
oberflächliches Wesen. Ich könnte mich auch aus dem
Schlamassel
raus reden. Mit meiner Behinderung. Der Krankheit von
mir. Einem
besonders schwerem Tag. Und Schmerzen. Und
Medikamente. Das
wäre aber nicht die Wahrheit. Denn die Wahrheit ist viel
einfacher.
Ich bin überall in meinen Gedanken. Aber nie, an dem Ort,
wo ich
sein sollte. Sicher heute war ein ätzender Tag. Nervend
und zum
vergessen. Aber mit etwas Konzentration könnte ich
auch diese
Aufgabe lösen. Und einen Text ohne grobe Schnitzer
schreiben. Was
auch an der Disziplin von mir liegt. Zu viel Tee. Statt
einer Tasse. Zwei
Tassen. Zu viel Plätzchen. Statt zwei Plätzchen. Drei
Plätzchen. Das
belastet den Körper. Mit zu viel Zucker und Chemie. Und
es belastet
auch meine Seele. Dieser schwache Mensch, der da
immer wieder zum
Vorschein kommt. Drei Plätzchen. Und zwei Tee. Trotz
strengster Disziplin.
Trotz der Tatsache das ich es mir jeden Tag sage: Du
schaffst das heute.
Dieser Tag ist Dein Sieg. Ein Tee. Und nur noch zwei
Plätzchen. Und
Dein Leben ist gerettet. Aber nein. All die guten
Vorsätze sind verloren.
Denn spätestens Nachmittags sind es drei Plätzchen.
Und zwei Tee. Und
jetzt kommt der Hammer. Etwas das wirklich peinlich
ist! Zwei mal die
Woche esse ich auch Schokolade. Jedes mal fünfzehn
Gramm. Ich will
aber nicht in Langeweile verfallen. Jeder hat eben sein
Päckchen zu
tragen. Und bei mir hat das Schicksal eben mit
Plätzchen und Tee zu
geschlagen. Garniert mit einer dreißig Gramm Dosis an
Schokolade. Ich
denke aber so lange ich offen gegenüber meinen
Schwächen bin. So
lange geben mir diese Schwächen auch Kraft. Und ich
überlebe meine
Tee, Plätzchen und Schokoladen Orgien. Ich wäre froh,
wenn das Gedicht
jemandem gefällt. Durch meine Behinderung und
Krankheit bin ich
ausgelaugt. Und schreibe und lebe mit letzter Kraft. Nur
die spirituelle
Energie meines Onlinegurus, verleiht mir noch Flügel
Und weckt
Erinnerungen an meine Jugend. Wo ich wie ein Adler war.
Ein Riese für
den es keine Hindernisse gab. Bleibt gesund. Lasst die
Finger von Tee,
Plätzchen und Schokolade. Und euch gehört ein Leben in
Freiheit. Ohne
Plätzchen, Tee und Schokolade. Aus meiner
suchtverseuchten Seele rufe
ich Euch zu: Bleibt stark! (C)Klaus Lutz



Klaus Lutz, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.11.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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