Michael Bernt

Finde den Fehler - Die Geschichte des Geldes

Noch vor tausenden von Jahren,   lebte der Mensch in kleinen Gruppen .

Sammelte und jagte was,    nur so war es zu wuppen,

das Überleben der Gemeinschaft,   für den nächsten Tag zu sichern .

Zusammenhalt war ihr Gesetz,   um’s Leben abzusichern .

Durch Ackerbau und Viehzucht,   die Gemeinschaft wird jetzt sesshaft,

entsteht der erste Überschuss,   füllt nicht nur ihren Fressnapf .

Zum ersten Mal ist etwas über .   Das bietet man zum Tausch,

für etwas aus den andern Gruppen,   was dort keiner mehr braucht .

So lief der Tausch für tausend Jahre    und alle war‘n zufrieden,

aus Hütten wurden Dörfer bald,    die meist an Ufern liegen .

An einer Furt von einem Fluss,    an Meeren, oder Seen,

weil es von hieraus einfach ist,    Tauschhandel zu begehen .

Die Gruppe ist jetzt groß geworden .    Es wird ein jeder Spezialist,

weil er in seinem Tagewerk,    ein ganz Besonderer ist .

Der eine schneidert nur das Hemd,    der andre backt das Brot,

dann einer, der das Feld bestellt,    der nächste baut ein Boot .

Doch irgendwann wurde es müßig,    sich darüber zu zanken,

was man wofür getauscht bekam .   Die Gruppe kam ins wanken .

So dachte einer bei sich,    der nichts so wirklich konnte,

an Arbeit keinen Spaß empfand    und sich im Nichtstun sonnte,

‚Ich werd das hier mal regeln    und nutze diesen Streit,

als Gruppenchef mich aufzustellen,    denn es ist an der Zeit,

dass einer hier mit Überblick,    die Gruppe künftig lenkt .

Und ich hab Euch stets zugeschaut,    ich weiß was jeder denkt !‘

Wieso, weshalb, warum ?   Man kann es nicht erklären .

Der Vorschlag galt als wunderbar,    kein Grund sich zu beschweren,

dass einer der nichts konnte,    den Überblick nur hatte,

die Gruppe nun bestimmte,    aus einer Hängematte .

Natürlich musste er    von irgendetwas leben,

nur konnt der Mann der Boote baut,    ihm schlecht eins davon geben .

Und auch der Bäcker mit dem Brot    will etwas dafür haben

und hast du nichts zum tauschen,     dann bleibt er leer der Magen .

So hatte er‘n tollen Einfall    und präsentierte ihn der Welt .

Ab heute wird nicht mehr getauscht .    Wir zahlen jetzt mit Geld !

Ein jeder tauscht ein bisschen,   von dem was er besitzt,

es schnell jetzt um in Gold,    weil‘s so zu etwas nützt .

Ich sammele es dann ein,      lass es vom Schmied gleich gießen,

auf das wir so alsbald     ALLE Wohlstand hier genießen .

Doch wer konnte nichts tauschen ?    Der aus der Hängematte !

Das lag zum Großteil daran,    dass er ja auch nichts hatte .

Sofort wurde ein Wert bestimmt,    für jedes der Produkte .

Es wurd darüber abgestimmt    und wenn einer blöd guckte,

weil der Wert für sein Produkt    ihm überhaupt nicht schmeckte,

dann war‘s zum Schluss die Hängematte,    die ihren Finger reckte .

In ihr lag jetzt das letzte Wort .    Zum Schluss entschied sie alles !

Ich bin Gesetz, ich spreche Recht,    im Falle eines Falles !

Für‘n Brot nimmste’n Taler,    für‘n Hemd da nimmst Du zehn .

Dein Boot das muss schon 100 kosten .    So sollte es geschehn !

Die Taler aus dem Gold     die wurden schnell geprägt .

10000 Stück davon,    als Serie aufgelegt .

Nachdenklich stimmt und sei erwähnt,    hier noch nebenbei,

die Taler schmückten ein Gesicht,    mit seinem Konterfei .

Ein jeder der Gemeinschaft,    sie war’n in Summe hundert,

bekam jetzt 100 Taler    und keiner war verwundert,

dass seine hundert Taler    ihm sogleich gehörten,

obwohl er doch nichts hatte,     sie sich nicht mal beschwerten .

‚Den Wert den ich hier einbring,    das ist meine Idee,

nehm keinem jetzt was weg     und tu auch keinem weh .‘

Das schien nun wirklich einleuchtend .    ‚Der meint‘s ja wirklich gut !

Es ist ganz sicher richtig so,    dass er ihn trägt, den Hut .‘

Einer kaufte sich ein Boot,    war die Kohle sogleich los .

Die anderen, leicht verwundert,    “Fällt Dir’s Essen in den Schoß ?“

„Wovon willst Du was kaufen,    Du musst ja essen auch

und ohne Geld im Beutel,     da bleibt er leer Dein Bauch !“

‚Vom Boot aus fang ich Fische,   die ich euch dann verkauf              

und selber auch noch essen kann  .‘   So nahm es seinen Lauf .

Der Haken an der Sache,    an den nur keiner dachte,

lag in der Hängematte,    nickt mit dem Kopf ganz sachte .

Geschäftsprinzip, Vertrag mit Klausel    und auch viele Pflichten .

Die Schuldner musste nach‘nem Jahr     10 Taler ihm entrichten .

Zinsen heißt das Zeug    und war‘n den Andern nicht geheuer .

Das zeigte sich nach einem Jahr,     wurde für manchen richtig teuer .

Je nach dem wie clever,    jeder Handel hat betrieben,

sind ihm nach einem Jahr   mehr Taler so verblieben .

Den meisten ist es gut gelungen .    Legten welche auf die Seite .

Doch einen hat es voll erwischt !    Ein Jahr und er war pleite !

Im Tauschhandel war es noch möglich,   jeder konnte davon leben .

Doch Geld brachte es fertig,   dass Schulden an Dir kleben .

Du bist klamm ? Du kriegst Kredit ! Mit Zinsen selbstverständlich !

So tönt es aus der Hängematte,   „Es wäre ziemlich schändlich,

kannst Du den Zins, sprich deine Schuld,   mir nicht bald begleichen !

Es würde dann, in diesem Fall,   Dein Haus und Hof mir reichen !“

 

Viele Ideen der Geschichte    brachten die Menschheit weiter .

Doch diese hier macht Arme ärmer    und die Reichen reicher .

 

Juni 2019

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