Andreas Vierk

Das Lied vom Liguster

(Moritat anno 1521)

 

 

Seine Frau – das wusst’ er –
lag blutend im Liguster.

Sie tat den Gernot bitten,
bis dass er sie geritten.
Das tat sie auch sehr häufig,
denn sie war dauerläufig.

Ihr Ehemann kam mitten
und hat sie nun zerschnitten,

und darum lag – das wusst’ er –
sie blutend im Liguster.

Der Gernot kam ums Leben,
liegt splitternackt daneben.
Man riss ihn aus dem Glücke,
schnitt ihn in kleine Stücke.
Der Dödel von dem Hundesohn
der steckt ihr nun im Munde schon.

So lagen sie – das wusst’ er –
zerschnitten im Liguster.

Der Mörder wollt entkommen,
nun hat man ihn vernommen.
Der Kommissar van Hagen
der hat noch ein paar Fragen,

warum er sie zerschnitt,
das teile er ihm mit.

Er sagt: Willst du ein Mann sein,
dann ziehe nie den Schwanz ein.
Und tust du mal erblicken
die Ehefrau beim Ficken,
dann halte dieser Schlampe,
nicht auch noch eine Lampe.

Es sei des Schwertes Klinge,
die beide gleich durchdringe.

Man hat oft keine Wahl.
Und das ist die Moral.

 

 

 

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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