Inge Offermann
Wetterbach im Novemberschmuck
Hinter den düsterroten
Sandsteinbauten des Ortes
führt die Dorfstraße bergab
zum laubumrahnten Fallbrunnen,
dort spiegelt sich dunkel
der gewundene Wetterbach
im trüben Novemberlicht
unter halbkahlen Bäumen.
Bunter Blätter schmücken
seinen schwarzglänzenden Lauf
und den Weg zum nächsten Stadtteil:
gelbe Blätter der Blumenesche,
orangene des Tulpenbaums
und braungezähnte von Esskastanien,
dazwischen solche heimischer Arten
wie Rotbuche, Ahorn und Stieleiche.
Exotisch breitet eine Wasserlärche
ihren karneolfarbenen Nadelschirm
über Rotklee und Taubnesseln.
Raschelnde Teppiche, woraus
noch grüne Farne ragen,
bedecken schmale Hangpfade.
Manchmal leuchten noch
gelber Hahnenfuß und Gänsedistel,
schleiert etwas Labkraut um
letzte Zaunwicken und Reiherschnabel.
Von einem Denkmal unter Eiben
folgt der Blick zwischen
beerengetupften Nadeln
dem besteinten Bach ins Tal,
der dann vor einem Freibad
in einer Gitterröhre verschwindet
und am Ortsende unter Erlen
an Pilzufern wieder auftaucht.
© Inge Offermann
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.11.2021.
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