Harry Krumpach
Ein Herbstwind
Ein Herbstwind, der gar stürmisch war,
der ist am Morgen nicht mehr da;
hat nachtends sich nur rumgetrieben,
dabei sich völlig aufgerieben.
Mit lautem Heulen, Sturmgebraus,
erschreckte er das ganze Haus;
das Fensterklappern, Türen knallen,
das hat dem Taugenichts gefallen.
War ganz in seinem Element,
kein Blödsinn war ihm dabei fremd;
fand‘s lustig, dass er uns erschreckt,
hat dabei Neues ausgeheckt.
Ins Laub, wo unter Büschen, Hecken,
das Kleingetier sich konn‘t verstecken;
hat er sich förmlich festgebissen,
es ganz von dort herausgerissen.
Selbst schmerzlos, hat er über Nacht,
Herrn Igel wohnungslos gemacht;
der macht sich nun auf in den Wald,
am freien Feld ist ihm zu kalt.
Dort wird er sich ein Plätzchen suchen,
da unter Eichen, Birken, Buchen;
wühlt er sich ein mit frohem Sinn,
der Herbststurm reicht bis dort nicht hin.
Ich aber will es nicht versäumen,
im Garten wieder aufzuräumen;
das Laub bring ich mit viel Geschick,
an seinen alten Platz zurück.
Vorm geistigen Auge, noch verschwommen,
sehe ich den Stachligen wieder kommen;
und auch die andern, die hier wohnen,
werden die Mühe mir, so hoff ich, lohnen.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.12.2021.
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