Hans Beislschmidt

Ästimiert

Ernst Wilhelm ist nun siebzig Jahre und wird noch kurz vor seiner letzten Bahre, wie's einem Mann gebührt, so richtig ästimiert und mit Orden hübsch verziert. Auch Dankesschreiben, Anstecknadeln und Gehänge - das zog sich ganz schön in die Länge.

 

Tagelang - mit Bürgermeister, Landrat, Bischof und Minister, das ganze Land, auch die Geschwister, zogen sämtliche Register, um dem guten Ernst die Ehre zu erweisen, denn das gehört sich so in diesen Kreisen.

 

Das Ästimieren ist für verdiente Bürger Pflicht, da spart man nicht mit Scheffels Licht.

 

Da war, um es zu benennen, der goldene Wanderstock, den alle kennen, von dem Verein Fidelius Ruh, dazu gab's passend noch den Wanderschuh mit gold'nem Senkel für den jüngsten seiner Enkel.

 

Orden gab's gleich vier am Bande, vom Prinzenpaar aus dem Kalauerlande, nebst diversen andren, wie vom Angelsport und Waldeslust, die vereint an Ernstens Brust prunkvoll blitzten am Revers - die machten richtig was daher.

 

Schön war auch von Gaudiamus Igitur das Präsent für Moll und Dur, denn auf der Stimmgabel aus Edelstahl stand die Geburtstagszahl sogar noch in kyrillisch - mein lieber Schwan, das war nicht billig.

 

Vom Ritterorden Goldnes Vlies hört man so manches, so auch dies, dass unser Ernst sehr viel gespendet hat und deshalb gab's ein Riesen Ritterschwert - und das ist auch was wert.

 

Die Edelschärpe von der Burschenschaft für jahrelanges Saufgelage gibt es auch nicht alle Tage.

 

Stolz behangen mit Lametta stand der Ernst vorm Haus bei schlechtem Wetter und hielt zum Spaß das Schwert in Richtung Fotograf - die Leute klatschten noch, als ihn der Blitzschlag traf.

 

Der Meister von der Feuerwehr meinte nach dem Donnerknall - zu viel Metall ist tödlich bei Gewitter - selbst beim Ritter.

 

.

 

Locker geslamt

 

Gedichte Hans Beislschmidt 11.21

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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