Frank-Ulrich Meinhard

Die Bank

 

Ich saß sehr lange auf der Bank am Brunnen.

Die Sonne stieg und sank. Ich schrieb und schrieb.

Ich glaub, am Anfang kamen noch die Hunnen,

setzten sich neben mich und gingen. Ich blieb.

 

Ich blieb und schrieb in Freude und in Qualen.

Und die Jahrhunderte, sie stürmten durch die Zeit.

Und eines Tages kamen die Vandalen,

jedoch benahmen sie sich recht gescheit.

 

Ich saß und schrieb. Und ja, man mag es ahnen,

es machten sich auf dieser Bank noch breit

verschiedne Stämme der Germanen.

Die Römer nicht. Die kamen nicht so weit.

 

Und als ich endlich ausgeschrieben hatte,

war das Papier vergilbt. Ich sah mich als Verlierer.

Ich sehnte mich nach meiner Hängematte.

Und als ich aufsah, saßen neben mir die Syrer.

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