Chiara Fabiano

Starke Gedanken

Ich bin müde, ich will nur schlafen,
Die Lebendigkeit im Schlaf sehn‘.
Mich selbst nicht einmal erwähnen,
Mich doch trauen,
Von oben zu schauen,
Zu staunen,
An mich selbst zu glauben,
So wie ich mich im Schlaf traf,
Auch mit starken Beinen durchs Leben zu gehen,
Die Welt mit offenen Augen zu sehen,
Will mit allen meinen Sinnen,
Dieser Traurigkeit entrinnen.
Ich fühle mich ausgelaugt,
Ausgesaugt,
Mein Kopf besteht aus Rauch.
Einst war darin all das Wissen,
Was ich habe wissen müssen,
Heute merk ich, wie ich stopf,
All das Wissen in meinen Kopf.
Aber ich fühle mich leer,
Sehne mich sehr,
Nach Freiheit,
Der Fröhlichkeit,
Nach einem unbeschwerten Leben,
Die Gewissheit erschüttert mich, wie ein Beben,
Dass ich mir das alles nur selbst geben,
Nur träumen kann.
Vielleicht ist an diesen Träumen etwas dran,
Vielleicht sind Träume eben das, was die Welt,
In ihren Trümmern doch zusammenhält.
Ich bin so leer,
Ich will viel mehr,
Will mich endlich wieder lebendig fühln‘.

Ich will kämpfen gegen die Einsamkeit,
Lernen, wie man sie in Stücke zerteilt,
Kämpferin sein,
Nicht mehr weinen,
Stärke schöpfen aus der Macht,
Die mir diese Nacht gebracht.
Ich bin ein Phönix aus der Asche,
Wie ich mich in Tapferkeit wasche,
Ich bin eine Kriegerin ohne Schild,
Die sich in pure Kampflust hüllt.
Ich bin Athene auf der Jagd,
Wie sie sich doch jagend fragt,
Welche Eigenschaft bei ihr überwiegt,
Ob Besonnenheit oder Kampflust siegt.
Ja, all das kann ich sein,
Kann tapfer sein und trotzdem weinen,
Kann kämpfen und siegen,
Und mich trotzdem fühlen,
Als sei ich völlig ausgelaugt,
Ausgesaugt,
Doch hab ich auf meinen Mut vertraut.
Diese Stärke, sie ist in mir drin,
Ich kehre wieder zu ihr hin,
Denn ich spüre sie ganz tief in mir,
Dieses zornige, dieses wilde Tier.
Der Strom versucht mich wegzureißen,
Mich zu zerreißen,
Doch muss ich mich weiter durchbeißen,
Dagegen schwimmen,
Und mich besinnen,
Mir nichts mehr im Kopf zusammenspinnen,
Im Endeffekt ist alles darin von mir erdacht,
Ein Produkt dieser lauten, wilden, unruhigen Nacht,
Und nichts als Stärke bleibt,
Wenn ich aus diesem Traum,
Am Tag erwach.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.01.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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