Chiara Fabiano

Eine kleine Prinzessin

Dort oben auf dem harten Boden,
Wo Krankheit und Kälte eisig toben,
Liegt ein Mädchen so klein und zart,
Was einst eine Prinzessin wart.
Abgeschieden von der Welt,
Wo lautstark die Gesellschaft bellt.
Den Vater verloren an der Front,
Armut verschuldet, wo sie wohnt.
In sich gekauert, voller Leid,
Verwundet mit Schmerz, der niemals heilt.
Wenn morgens dann die Sonne scheint,
Hat sie die ganze Nacht geweint,
Hat gekniet vor ihrem Bette,
An beiden Füßen eine eiserne Kette.
Ihr Gesicht ist ganz mit Ruß bedeckt,
Die Hände dicht mit Staub befleckt.
Das zerfetzte Kleidchen schwarz und trist,
Wie sie die Wolken in sich frisst.
Und denkt ihr Vater er sei tot,
Muss arbeiten täglich für ihr Brot.
Doch liegt er im Hause neben ihr,
Hat vergessen wer er war, jetzt und hier.
Bomben haben das Gedächtnis genommen.
Die Erinnerung sind im Kopf zeronnen.
Welch Gesicht er in seinen Träumen sieht...
Von einem Mädchen, was aus dem Elend flieht.
Und ein Name so wundervoll, zart und klar.
Sarah... Sarah... Sarah...
Eine kleine Prinzessin, was mit ihr wohl geschah.
Seit er sie vor langer Zeit das letzte Mal sah.
Wie kann er ihr helfen, wo ist sie nun?
Was kann er für die arme Prinzessin tun?
Und da oben sitzt sie im kalten Dach,
Ist Tage wie Nächte so traurig wach,
Ruft laut schluchzend nach ihrem Papa,
Der auch sie im Traume sah.
Im Dunkeln denkt sie sich nach Indien,
Kann all die frohen Farben sehn'.
Hört das Wasser plätschern im Fluss,
Und verliert all den Überdruss.
Wenn sie dann endlich friedlich ruht,
Findet sie im Traum, wonach die sucht.
Sie ist nicht nur Prinzessin zum Schein,
Jede Frau kann eine Prinzessin sein.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.01.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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