Jana Hentzschel

Benny unterwegs

Die Wohnungstür steht offen,
die Haustür auch ein Stück,
und Frauchen sieht betroffen
des Katers neues Glück.
 
Er huscht hinab die Stufen –
hinein in kalte Luft;
zwar hört er?s „Benny“ rufen,
doch ihn betört der Duft.
 
Nun steht er auf der Wiese –
ein wenig ängstlich noch,
denkt aber: „Jetzt genieße!
Gut riecht das Mauseloch.“
 
Da zwitschert fern ein Happen;
er lauscht dem Stelldichein:
„Ach, könnte ich?s doch schnappen,
das leckre Vögelein.“
 
Schon faucht erbost ne Katze:
„Was willst du Unhold hier?“
Sie schlägt mit einer Tatze:
„Verschwinde! Mein Revier!“

Der Kater ist sehr weise,
versteht die Wut und geht;
das macht er flink und leise,
bis er am Ufer steht.

Das ist ihm nicht geheuer;
das Wasser fließt sehr schnell,
auch guckt sehr streng ein Reiher,
da sträubt sich ihm das Fell.

„Rasch weg, das ist das Beste“,
denkt er nicht ohne Grund;
er schleicht sich durchs Geäste
und steht vor einem Hund.

Der bellt und will ihn fassen,
will Benny kopflos sehn.
Sein Herrchen nimmts gelassen,
der Hund muss mit ihm gehn.
 
Vorbei ist dieser Schrecken,
doch nur für kurze Zeit;
nun muss er sich verstecken,
weil?s plötzlich stürmt und schneit.

Er sehnt sich nach Zuhause,
wär liebend gern daheim.
Die nächste Schneefallpause
soll seine Chance sein.

Nur ist der Weg vergessen,
er irrt so hin und her.
Die Dämm?rung lässt ihn stressen,
er findet heim nicht mehr.

Die Straße ist befahren,
er sieht die fremde Katz;
sie wird fast überfahren.
Der Kater macht nen Satz.
 
Er schiebt und drückt sie kräftig
von dieser Straße weg,
sie wehrt sich nicht sehr heftig –
bis hinters Häusereck.
 
Da stehn sie nun gemeinsam  
und finden?s angenehm.
Sie waren zwar nie einsam,
doch zweisam woll?n sie gehn.
 
So finden sie die Türe,
durch die der Kater floh;
wenns Frauchen das erführe,
dann wären alle froh.

Es findet sie ein Nachbar:
„Dein Kätzchen ist zurück.“
Und Frauchen nimmt sehr dankbar
gleich beide voller Glück.

© Jana E. Hentzschel
 

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Aus dem Wald in die Pfanne ... Tief unterm Büschel Gras versteckt, mit einem Blatt noch abgedeckt, beobachtet ein Pilz im Wald so manch befremdliche Gestalt. Sie schlurfen, ein paar trampeln auch, in Stiefeln und 'nem Korb vorm Bauch, das scharfe Messer in der Hand, den Blick zum Boden stets gewandt. Ein Freudenschrei, ein scharfer Schnitt, so nehmen sie Verwandte mit; und der versteckte Pilz, der weiß, im Tiegel ist es höllisch heiß. So brutzeln aber will er nicht! Da bläst ein Sturm ihm ins Gesicht, es rauscht und wirbelt ringsherum, schon bebt der Wald - ein Baum fiel um. Genau auf seinen Nachbarn drauf. Das ändert seinen Denkverlauf: "Welch übles Ende: Einfach platt! Da mach' ich lieber Menschen satt." Drum reckt er sich aus dem Versteck, er will jetzt plötzlich dringend weg: "Vergesst mich nicht! Ich bin gleich hier und sehr bekömmlich, glaubt es mir."

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