Anschi Wiegand

Der kleine Sturmschaden

 


Der Sturmwind tost mit lautem Brausen
und Regen peitscht an uns're Scheiben
kein Mensch ist auf den Straßen draußen
weil lieber wir im Warmen bleiben....

Ein lauter Knall erreicht die Ohren -
was ist denn da zu Bruch gegangen?
Wer hat den Sturmkampf wohl verloren,
was hat der Sturmwind eingefangen?

Bei Sturmwind-Pause schauen wir
welch Schaden da wohl angerichtet
die Fensterbank ist leer – dafür
hat sich der Blumentopf gelichtet...

Die Pflanzen liegen auf dem Boden
die Lichterkette wirr drumrum
und nebendran im Sand ganz oben
ein Schneemann ohne Nas' ganz stumm...

Der Schneemann, bunt, aus Porzellan
ist sonst jedoch noch unversehrt
nur hat er keine Nas' mehr dran
ich sagt' es schon, das ist verkehrt...

Ich suche, doch ich finde nicht
die Nase in Karottenform
doch halt' ich es für meine Pflicht:
er braucht 'ne Nase, das ist Norm...

Ich grüble, such' und finde dann
in meinem Fundus Spachtelmasse
die man sich so bestellen kann
für Zahnfüllungen ohne Kasse...

Die war ja eh schon abgelaufen
für Zahnarztzwecke unbrauchbar
doch musst' ich jetzt nichts Neues kaufen
war für die Nase wunderbar...

So formte ich mit Zahnzement
und einer Perle rot und klein
voller Elan und vehement
'ne neue Nase nett und fein...

Vorbei der Sturm und neu die Nase
man merkt es kaum, weiß man es nicht
ich freu mich fast bis zur Extase
über das neue Schneemann-Gesicht...

Sein Bruder zeugt von früheren Zeiten
zeigt, wie die Nase im Ursprung mal war
doch werden sie beide mich nun begleiten
erinnern mich stets an ein stürmisches Jahr...


© Anschi 6. Februar 2022

 

Bild zum Gedicht Der kleine Sturmschaden

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