Adalbert Nagele

Ein lebendiger Unterricht


Opa, was sind denn Schlaraffen?
Schlaraffen pflegen Freundschaft, Kunst und Humor.
Interessant Opa, ich bin ganz Ohr.
Du musst dich im Schlaraffentum beweisen,
dann kannst von Burg zu Burg du reisen.
Kann ich, wenn ich groß bin, auch Schlaraffe werden?
Das kann ein jeder tugendhafter, junger Mann,
du fängst zuerst einmal als Knappe an;
dann wirst du Junker, Ritter gar,
das dauert manchmal viele Jahr'.
Opa, gibt es dort Waffen auch?
Jawoll mein Kind, das ist so Brauch.
Es gibt die Hellebarde, Dolch und Schwert,
das hat dort alles seinen Wert.
Zur Rüstung g'hört das stets dazu,
den Umgang lernst du auch im Nu.
Muss ich mich auch im Kampfe messen?
Nein, mein Kind, das kannst du vergessen.
Die Waffen dienen nur zum Spiel,
denn Freundschaft ist das höchste Ziel.
Gibt es bei euch auch Duelle?
Ja, manchmal auf der Stelle
wenn dich wer beleidigt schwer,
dann müssen auch die Waffen her.
Doch gekämpft wird nur mit Geist,
oder musikalisch, wie's so heißt.
Opa, haben Ritter schöne Namen
und sind begehrt sie bei den Damen?
 
Da hast du sicher recht,
die Namen klingen niemals schlecht
und Ritter sind begehrt bei Wonnen,
so kann der Ritterstand sich lohnen.
Nenne mir bitte einige Ritternamen.
Am Throne ist es Usus,
da sitzt Ritter Photonus,
und Ritter Cash-Flop seines Zeichen,
wird auch nicht vom Throne weichen,
und der Ritter Wirbelwind
ist wortgewandt und recht geschwind.
Doch der Allerschönste wohl im Lande
ist Ritter Tomograf im Prunkgewande;
als Junkermeister meist recht frisch,
sitzt er gewohnt am Junkertisch.
Opa, wie wirst als Ritter du genannt?...
...darauf bin ich schon gespannt.
Ich bin bald in unserem Reich,
der Ritter Adalbert von Österreich.
Danke Opa, das gefällt mir sehr,
nächstes Mal erzählst mir mehr,
ich möcht ja auch Schlaraffe sein,
doch jetzt bin ich leider noch zu klein.


© Adalbert Nagele

Bild: Junker Adalbert bei der Sanktionsfeier des Reyches Hohenkapfenberg 431 - 
© by Adalbert Nagele

 

Bild zum Gedicht Ein lebendiger Unterricht

Für meine 2 Enkelsöhne, beide 6 Jahre jung, hab ich dieses Gedicht geschrieben.Adalbert Nagele, Anmerkung zum Gedicht

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