Karl-Konrad Knooshood

Zeitgemäß zornig

 

Zwei zornig-zotig, züchtige Zypressen-Zuchtbaum-Züchter,

 

frei von Adel, Tadel, Zank,

der eine kurz, der andre lang,

ihres Zeichens selbst Job-Zöglinge, Azubis,

auf ihr'm Schoß ein Büsten-Koloss von Anubis,

beide keine Genuss-Verzichter,

orderten zackig Zaziki aus Thessaloniki,  

zutzelten dazu Pizza aus Nizza,

im TV, Newsflash, Bilder von einer Razzia,

in der Via Apia und einem Stadionflitzer,

- nach dem letzten Spritzer,

Quark, ging's ganz zügig zum Zug nach Zürich,

flott hingezogen, um zum Tanz der Ignoranz zu pogen,

zwecks Zoten und Zerstreuung,

also ohne Geiz – ihrerseits heiz' in die Schweiz,

denn deren zurzeit zeitgenössischer "eidgenössischer" Reiz,

liegt in manch ziemlich gut beheizt-schnuckliger Beiz*…


Stulle: Nach ewiger Pause (über zwei Wochen) meldest Du Dich also zurück. Glaubst Du, dass es Fans
gibt, denen das gefällt?

Knorke: Eigenartige Einstiegsfrage, aber: ja. Kurzgesagt. Okay, was möchtest Du gern wissen?

Stulle: Ganz gern, was Du mit diesem "zotigen" Halb-Zungenbrecher sagen willst. Ist es nur ein
Scherzgedicht - oder basiert es auf etwas Ernsterem?

Knorke: Es hat einen wahren Kern, falls Du das meinst. Inspiriert wurde ich zu diesem "Z-lastigen"
Gedicht durch absurde Wasserstandsmeldungen bezüglich der Russland- und Russenfeindlichkeit, die
immer dollere Blüten treibt: Neuerdings ist jetzt diese Schweizer Zürich-Versicherung soweit, das Z aus
ihrem Logo zu streichen und auf den Buchstaben Z in ihren Schreiben verzichten zu wollen, da irgendwie
die russische Armee ein Z als Symbol hat. Wie Zorro auch...

Stulle: Zorro fehlt allerdings in Deinem Gedicht, dabei hätte er doch genauso nahegelegen wie Zombies.
Gibt es nicht eine ganze kulturelle Sparte, etwa das Horrorfilm-Subgenre des Zombiefilms, gern auch
"Zombiekalypse" genannt?

Knorke: Stimmt, das Wort "Zombiekalypse" habe ich selbst schon mal in Texte rund um das Thema
Corona eingebaut, wo mir schien, dass die meisten Bürger zombie- oder schafhaft einfach mitmachen
und mitlaufen, gehorchen ohne zu hinterfragen. Doch das ist hier jetzt nicht Thema.

Stulle: Am Ende kommt eine "Beiz" vor...

Knorke: Eine Art Kneipe in der Schweiz. Das Wort habe ich erst vor einigen Monaten gelernt, als es darum
ging, dass ein Wirt einer solchen Beiz sich weigerte, Ungeimpfte und Ungetestete aus seinem Lokal
auszuschließen, wie es die damalige Rechtsprechung in der Schweiz vorschrieb (so ähnlich auch dann in
Deutschland, nachdem da einige Kneipiers mit "gutem Beispiel" vorauseilend gehorsam waren).
Daraufhin wurde vor der Kneipe ein massiver Klotz oder sowas hingebaut, sodass man die Kneipe (Beiz)
nicht mehr betreten konnte. Dieser Fall war einer der groteskesten während der Krise, und er blieb mir im
Gedächtnis. Schönes Wort: Beiz. Wieso also nicht einen lieben Gruß an unsere südlichen
Nationsnachbarn, denen wir kulturell doch recht ähnlich sind.

Stulle: Aber nicht gleich.

Knorke: Natürlich nicht. Das ist ja das Geile. Wir sitzen hier alle in einem Boot, gerade in Westeuropa.
Auch Österreich ist ja massiv betroffen gewesen, die hatten sogar die Impfpflicht. Für alles Weitere frag
bitte Martin S.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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