Roland Drinhaus
Das Haus des Kriegs
Ich rolle einen Teppich aus, aus Knochen und aus Toten,
ich weiß, ich sollte das nicht tun, denn schließlich ist's verboten,
mit solchen schlimmen Dingen eine Wohnung zu bestücken,
was für'n Teppich, mir wird schlecht,
nichts kann mich mehr beglücken.
Ich roll den zweiten Teppich aus, aus Leid und Zwang und Lügen,
ich weiß, ich sollte das nicht tun, denn das macht kein Vergnügen.
Die Teppiche die nach und nach das Horrorhaus bedecken,
beschreiben dir ein kurzes Wort,
aus Macht nur zu verrecken.
Ich roll den dritten Teppich aus, aus Panzern und Raketen,
ich weiß, ich sollte das nicht tun, wer wird das je vergeben?
Waffen, Bomben und Gedöns hier schlichtweg auszurollen.
ist schrecklich nur und mir wird schlecht,
weil wir das niemals wollen.
Ich roll den vierten Teppich aus, aus neugiergeilen Bildern,
ich weiß, ich sollte das nicht tun, weil Seelen dann verwildern.
Psyche, Laune jeder Tag, ist doppelt schwer belastet,
verstehen kann ich jeden der den Lichtschalter ertastet.
Ich roll den größten Teppich aus, er soll ein Haus verdecken,
ich weiß, ich tu das jetzt zu spät, man kann es nicht verstecken.
Das Haus des Kriegs steht alle Zeit, kein Frieden wird es finden,
weil die Menschen es verehren und sich damit schinden.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.04.2022.
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