Anton Bradinger

nimmer mehr

 

Und wer mit wenigem nicht haushält, der kommt bald zu Fall.

Sir 19,1

 

 

 

Es wird bald ungemütlich werden

für das Leben hier auf Erden.

Von Jahr zu Jahr wird es jetzt wärmer,

die Artenvielfalt immer ärmer.

Weil es überall schon brennt,

scheint die Frage immanent:

 

Ist die Menschheit schon verloren?

Das Klima fliegt uns um die Ohren.

Wir nennen uns der Schöpfung Krone

und klagen doch: "Ich kann nicht ohne

große Wohnung, edle Speisen,

schnelles Auto, ferne Reisen."

 

Das Auto aus Amerika,

der Wein gern aus Südafrika.

Aus Vietnam Textilien

und Rindfleisch aus Brasilien.

Elektrotechnik ist chinesisch.

und der Kaffee dann indonesisch.

 

Das braucht der Mensch und will mitnichten

auf Liebgewonnenes verzichten.

Wer hat noch nicht, wer will noch mehr?

Es muss ein schönes Wachstum her.

Wie soll das immer weitergehen?

Das Ende ist doch abzusehen.

 

Hält denn die Erde immer mit

bei jedem tollen Wachstumsschritt?

Ich sorge mich, dass der Planet

beleidigt sagt: "Jetzt ist´s zu spät.

Ich hab genug von eurem Wahn

und fang noch mal von vorne an."

 

Was sollen wir den Enkeln sagen,

wenn sie später einmal fragen:

"Wie konnte es nur so weit kommen?

Warum habt ihr nichts unternommen?

Was habt ihr uns da angetan

mit diesem irren Wachstumswahn?

 

Macht euch die Erde untertan

mit Kohlendioxid, Methan?"

In Wahrheit tanzen wir noch immer

ums goldne Kalb samt Glanz und Glimmer.

Die Erde könnte schön gesunden,

wären Menschen nicht nur Kunden.

 

Der Mensch, liebe Enkeln, war gestern erst Tier,

ist heut noch getrieben von Angst und von Gier;

litt tausende Jahre an Hunger und Not,

muss Reichtum anhäufen aus Angst vor dem Tod.

Was einst ihm half, zu überleben,

bringt heut ihn um. So ist es eben.

 

Doch ist das wirklich unausweichlich?

Wissen hätten wir schon reichlich.

An Weisheit fehlt´s dagegen sehr,

am rechten Maß statt "immer mehr" ...

endlich ein Entwicklungsschritt.

Ich wär dabei. Macht noch wer mit?

 

 

 

 

 

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