Patrick Rabe

Adoptivkinder

Der Text hier ist kein Gedicht. Ich möchte allerdings, dass viele ihn lesen.

 

Adoptivkinder

Bereits 2020 oder 2021 regte Horst Seehofer bei einer Bundestagsdebatte an, dass man doch "unbegleitete Jugendliche" aus dem Flüchtlingslager in Moria und anderen Flüchtlingslagern nach Deutschland einreisen lassen könne. Schon damals rührte mich das sehr merkwürdig an. Denn die Kinder und Jugendlichen, zumindest, wenn ihre Eltern mit in dem Flüchtlingslager sind, wollen doch MIT ihren Eltern in das Land, in das sie dann reisen. Alles andere wäre ja wegen der Traumatisierungssituation dieser Jugendlichen auch gar nicht verantwortbar. Es war wohl so, dass zu viele Nazis und Rechtskonservative in Deutschland mittlerweile gegen eine weitere Einreise von Menschen aus Flüchtlingslagern Sturm liefen, und Seehofer schien sich da eine recht perfide Sache ausgedacht zu haben, nämlich: gut aussehende, junge "Südländer und Südländerinnen" als "Adoptivkinder" für etwas reichere Bundesbürger -sprich: Deutsche- einreisen zu lassen. Damit ist aber oft de facto gemeint, dass diese Leute sich die Flüchtlinge unter dem Deckmantel der Adoption als Sexsklaven bzw. Quasi-Prostiuierte "bestellen".

 

Die Geschichte der "philippinischen Jungs", die zwischen den 1980ern und 2010er Jahren hier nach Deutschland geholt wurden, und teilweise bei alten Männern lebten, die sie regelmäßig sexuell missbrauchten, ist ja eigentlich noch recht bekannt.  Ich wurde 2017 einmal Zeuge dessen, als ich mit einer Erkältung (TBC) im Krankenhaus lag (da lag neben mir ein älterer Mann, zu dem immer zwei etwa 15-jährige, philippinische Jungen kamen, die den Mann dann massierten. Ich sprach mehrmals Pflegepersonal und Ärzte darauf an, diese griffen aber nicht ein, und ich hatte Angst vor dem Mann, denn er war sehr kräftig. Einmal abends sprach ich ihn an: "Sind sie sicher, dass das wirklich ihre Söhne sind? Warum müssen die sie denn immer massieren, und dann auch noch mit nacktem Oberkörper?". Daraufhin demoralisierte mich der Mann, indem er mir schwere Vorwürfe über meine "dreckigen Phantasien" machte, und mir eine weinerlich-rührende Geschichte über ihn und seine geschiedene phlippinische Frau erzählte, und dass ihn die Jungen ja nur in der Liebe von Söhnen zu ihrem Vater massieren würden. Nachts rief er auch einmal von Bett zu Bett zu mir herüber: "Geh noch einmal zu den Schwestern, und ich mach dich kalt!")- aber die Sache mit den jungen Phlippiner/innen und Thailänder/innen ist ja auch relativ bekannt. Nur wird das immer in der Pinochet-Strauss-Amigo-Affären-Ära verortet, so als habe das dann danach aufgehört.

 

Dem ist aber nicht so. Alleine nur im Umfeld meiner Familie gibt es einen ähnlichen Fall mit der "Adoption" einer jungen Brasilianerin, deren "Vater" bereits vorher eine "Ehe" mit einer anderen Brasilianerin eingegangen war. Das habe ich so dezidiert bis zu den letzten drei Jahren nicht durchblickt. Weil man halt doch oft "blind" ist, wenn man "es direkt vor der Nase hat“, und sich diese Leute recht erfolgreich als normale "Familie" tarnen können. Um gleich Missverständnisse auszuräumen: es sind Freunde meiner Familie, sie sind nicht mit mir verwandt. Und mir sind diese schrecklichen Zusammenhänge wirklich erst in den letzten Jahren ganz klar geworden.

 

Das alles ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Ich kenne unzählige Fälle von solchen "Adoptionen". Auch Tocotronic deuten das zwischen den Zeilen in ihrem aktuellen Song "Ich gehe unter" an: "Könnt ihr mich adoptier'n, dann bleib' ich immer hier...". Dafür, sich künstlerisch so weit aus dem Fenster gelehnt zu haben in einem Drecksland wie Deutschland, gebührt ihnen meine volle Ladung Applaus. Aber die Tocos sind schon oft völlig zu Unrecht verkannt worden. Natürlich hat es auch nette Familien gegeben, die WIRKLICH die betreffenden Flüchtlinge als Kinder adoptieren wollten, die haben aber - zum Glück, muss man sagen - die Ansätze von Franz-Josef Strauß und jüngst die von Horst Seehofer gar nicht verstanden.

 

Man muss diese "Sexadoptionen" letztlich als kleine Bonbongaben oder Naschwerk verstehen, um die reichen Rechtsradikalen hierzulande ruhig zu stellen, so nach dem Motto: "Dann kriegt ihr eben ein paar sexy Flüchtlinge zum Bumsen, und so lernt auch ihr, was Toleranz ist.". Dass dafür aber de facto die anvisierten Kinder und Jugendlichen in den Flüchtlingslagern systematisch bereits von ihren Eltern getrennt werden, und von Schleppern und Zuhältern bereits dort "eingeritten" - also unzählige Male sexuell missbraucht werden, wissen nicht alle. Noch weniger Leute wissen, dass das unter voller Billigung des deutschen Staates geschieht, und teilweise auch noch auf Deutschlands ausdrückliches Geheiß.

 

Allerdings diese - verblüffender Weise in einer öffentlichen Bundestagsdebatte von Horst Seehofer etwas fahrig geäußerte Ansage mit den "unbegleiteten Jugendlichen" dürfte die Sachlage jetzt eigentlich ein für alle Mal demaskiert haben, die Frage ist nur, ob die neue Regierung unter Olaf Scholz jetzt die entsprechen Konsequenzen zieht, und diese Art, Flüchtlinge als Sex-und Arbeitssklaven nach Deutschland zu holen, für immer einstellt.

 

Ich bin etwas skeptisch, nachdem ich gesehen habe, dass das Flüchtlingslager in den Hamburger Messehallen immer noch gut "ausgebucht" ist, am Bahnhof Sternschanze, gerade einen Steinwurf davon entfernt, aber ein Plakat für eine "Heiratsmesse" hängt, die dort laut Aushang gerade stattfindet. Auf dem Plakat ist ein lächelnder, farbiger Flüchtling zu sehen, der eine etwas ältere Frau zärtlich in den Arm nimmt. Man(n) oder Frau kann sich dort offenbar einen Flüchtling oder eine Flüchtlingsfrau zum "Heiraten" "aussuchen". Mir war zum reihern, göbeln und kotzen, als ich das sah, unter anderem, weil die Angelegenheit in der Hamburger Morgenpost, dem Hamburger Abendblatt, und der Bild-Zeitung ein bisschen anders dargestellt wird. Je nach Ausrichtig dieser Zeitungen nämlich entweder als "Corona-Chaos" im Flüchtlingsheim in den Messehallen, als "Übergriffe von Rechtsradikalen auf das Flüchtlingsheim in den Messehallen“ oder als „Vergewaltigungen an den Flüchtlingsfrauen aus dem Heim an den Messehallen“.

 

So verschafft sich Hamburg über seine Presse eine weiße Weste, während der klassische Anwohner des Schanzenviertels (gibt einige, die protestieren, viele haben aber auch schon resigniert, weil die Polizei dort dies teilweise gewaltsam deckelt) und der klassische dort oft in Künstlercafes und früher auch in Auftrittslocations - etwa bei Poetry-Slams - verkehrende Künstler aus anderen Stadtteilen (ich) sehr eindeutig sehen können, dass die dort stattfindende "Heiratsmesse" völlig legal plakatiert ist, und dort offenbar reibungslos "über die Bühne gehen soll".

 

Das ist aus meiner Sicht einer der Gründe dafür, warum da sonst nicht mehr viel "über die Bühne geht" jedenfalls keine Kunst wie Musik oder Dichtung, es sei denn, sie sei angepasst, verschweige das Wesentliche, und mucke nicht auf. Eine "ultragefährliche Schnupfenseuche" namens "Corona" ist jedenfalls NICHT der wahre Grund dafür, dass in der Schanze und auch sonstwo in Hamburg kaum noch Kunst passiert.

 

Dass viele von den Flüchtlingen allerdings Krankheiten wie Aids, Tetanus und Ebola haben, müsste allerdings diskutiert werden, aber wenn das zu viele Leute wüssten, wären sie ja als Prostituierte und "Heiratsadoptierte" nicht mehr attraktiv, jedenfalls nicht für ungeschützten Sex (also ohne Kondome). Ich habe mich z.B. ja vor einigen Jahren einmal in der U-Bahn an Tuberculose angesteckt - allerdings nicht beim Sex, sondern beim angehustet werden.

 

Ich bemerke aber schon auch, dass sich unter der Scholz-Regierung die Lage der Künstler*innen dort wieder etwas verbessert. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, wieviel da die Bundesebene eine Rolle spielt, und wieviel die Regierung der Stadt Hamburg. Jedenfalls konnte ich bei meinem letzten Trip in die Schanze wieder viele mutige Künster*innen- vor allem im Rap-Rock und Punkbereich wahrnehmen, die da den Mund etwas weiter aufkriegten als zur Merkel-Zeit. Gute Independent-Künstler halt... Denen ich aber auch ein nicht ganz so Independentes Label wünsche, denn meistens heißt "Independentmusiker" eigentlich, dass man seine CD-s selber brennt und verkauft, oder ohne Plattenfirma im Hintergrund bei Spotify &co veröffentlicht. Das ist für den Anfang nicht schlecht, "garantiert" aber leider oft, dass man nie aus dieser abseitigen Nische herauskommt. Wichtig ist auf jeden Fall, dass kritische, linke Künstler*innen auch in die großen und mittelgroßen Platten-und CD-Label und Studios gehen, auf jeden Fall dann, wenn sie selber schreiben und komponieren. Menschen mit "echtem Profil" - sprich: Leute, die ihre eigenen Songs schreiben, haben nämlich erfahrungsgemäß auch oft die Power, die "Plattenbosse" dazu zu bringen, das zu veröffentlichen was SIE wollen, und nicht der Mainstream, siehe an Beispielen wie Z.B. in den 1960ern Künstler wie Bob Dylan, Neil Young, Jim Morrison oder die Rolling Stones. Dass das trotzdem immer ein Ringen mit Öffentlichkeit und Obrigkeiten bleibt, ist klar. Aber das heißt Künstler sein immer.

 

Jedenfalls sind die Stones Anfang der 1970er nicht nur wegen steuerlicher Vorteile und mehr Drogen nach Frankreich zum Leben und Songs aufnehmen ausgewichen, sondern auch, weil sie in England diverse Prozesse wegen der revolutionären, aufrührerischen und gesellschaftlich progressiven  Inhalte ihrer Songs an den Hacken hatten. In Frankreich verstanden die Studiochefs, die diese Songs aufnahmen, die Texte einfach nicht so gut...

 

Dass ausgerechnet "Brown Sugar" heute als "rassistisch und sexistisch" wahrgenommen und von vielen verurteilt wird, ist eine Verdrehung der Tatsachen und eine äußerst negative Geschichtsklitterung. Der Song unterstützt die Sache der dort benannten "Schwarzen Sklaven", die auf einem Sklavenschiff nach New Orleans gebracht werden, und dort regelmäßig von dem Kapitän vergewaltig werden. Mick Jagger sang das Lied 1971 bereits in Richtung der damals schon frei und progressiv lebenden, farbigen Frauen, die gerne freien Sex und Beziehungen mit Engländern hatten, mit ihnen auf Augenhöhe waren, dasselbe wollten, und die das Spielen mit den poetischen Bildern im Song mit Mick als sexy Sklavenkapitän als genau das begriffen: Nämlich als Spiel mit Bildern in einem Rocksong. Das ist natürlich heute nicht mehr anwendbar auf die Politik von Deutschland, fast der gesamten EU und Amerika. Leider. Trotzdem ist der Song "Pro-Schwarz" und nicht eine Verherrlichung der Unterdrücker und Rassisten. Ich persönlich finde, dass man den Song heute gerne noch hören kann, als Unterboden einer progressiven Grundhaltung, dass aber für heutige Künstler*innen ganz andere Sachen dran sind zu benennen, z.B. diejenigen, die ich hier in meinem Artikel anspreche. Ich weiß, dass das teilweise bereits getan wird. Ich möchte euch jüngeren Musikern aber Mut machen, damit gerne noch ein paar Schritte weiter zu gehen, und all die Staatslügen zu "demaskieren"... auch diejenigen, die Corona, FFP2 -und Medical Masks heißen. Aber bitte legt euch nicht mehr als unbedingt nötig mit der Polizei an. Die schlagen leider schon immer noch gerne mal zu oder sperren einen ein; und wenn man Pech hat, hat man dann einen Prozess an den Hacken.

Grüße. Rotfront.

Patrick Rabe, Ostersamstag, 16. April 2022, Hamburg.

© by Patrick Rabe

(Darf aber- wie alle meine Texte selbstredend kopiert, heruntergeladen und auf Papier weiterverbreitet werden. Nur eben ohne textliche Zusätze oder Weglassungen, und bitte nur von links orientierten Menschen.)

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