Karl-Konrad Knooshood

Sonntagsreden für uns Blöden


Fromme, wohlfeile Sonntagsreden,

all die repetitiv-redundanten Textbausteinkonstanten,

moralsaure Belehrung für die Blöden,

für jeden, der dem öden,

Ritual der Qual der menschlichen Folianten,

den rhetorischen Flagellanten,

noch lauschen kann,

sich noch dran berauschen kann,

 

Phrasen, die den Geist abtöten,

geschaffen von politischen Analphabeten,

und ihren Schreibern,

auf feist-selbstgeilen Leibern,

jenen Agenda-Treibern und Einpeitschern,

geschult nur als Wortathleten,

nach Applaus Heischern,

gebuhlt um die Gunst der Pöbel-Proleten,

als stecke tiefer Sinn darin,

als seien wir, schiefer, Simsalabim,

wiedervereint als ein Gespinn,

oder Gespann am selben Karren…,

Seit Jahren halten sie uns zum Narren,

und hoffen, dass wir vergesslich sind!,

 

Es sind diese Hohepriester, Moralisten,

die unendlich hässlich sind,

die Grüßaugusten, leeren Seelen,

die uns, für sie nur Kleinststatisten,

behandeln wie unmündig' Kind,

dabei uns Fabeln erzählen,

- Tja, und wir sollen sie wiederwählen,

ihnen Vertrauen schenken,

nach all den Lügen, Ränken,

nach Gusto sie uns lenken,

lassen uns quälen,

wissen, ahnen doch, dass sie uns schaden,

mit Hohn, Spott gegen uns geladen,

sind sie im Selbstgefallen badend,

 

Dieser Tag ist kein Fest mehr,

keine Feier der Einigkeit, Einhelligkeit,

der Trennungslösung, Erlösung,

nach 40 Jahren Zweistelligkeit,

sondern ein bedeutungsgetränktes Kuvert,

unsrer kollektiven Verblödung,

der Selbstverleugnung wegen alter Schuld,

der Selbstaufgabe im bunten Multikult,

der Selbstabschaffung in Sühne-Huld,

das Selbstlaufprogramm, stetig abgespult,

das antipatriotische, psychotische Massenbefried(ig)ungsfest,

im umgebauten Neudeutungsnest,

denn alles Deutsche ist uns Pest,

und "EUropa" das Streben,

das uns aus diesem Leben,

der Sünde und 1000 unguten Selbsthassgründen erlöst!,

 

Ich kann es nicht mehr vernehmen,

nicht mehr Sekunden nur ertragen,

das große Flennen in trauten Tristesse-Themen,

das vereinte Wehklagen,

über die, die nicht mitmachen wollen,

die ihr Land, ihr Sein, ihre Identität,

lieben, obwohl sie sie hassen sollen,

und ab Kindergarten, Schule, Universität,

man uns spaltet und sehr "gut" berät:,

Wer auf sein Land und zu ihm steht,

der hat den Keim für Genozid gesät,

so fürderhin zur Hölle geht,

alles, wenn wir nicht konkret,

zelebrieren "Diversität",

für Moral und fürs Global…,

 

Außer dem einstudierten Ritual,

lernten wir nichts aus Annodazumal!



Stulle: Wie ich sehe, passt das Gedicht zu jedem Sonntag aber auch wiederum nicht. Was verdirbt Dir so
die Laune daran, wenn ein Feiertag auf 'nen Sonntag fällt?

Knorke: Die Frage kannst Du Dir doch fast selbst beantworten, lieber Stulle! Ich bitte Dich! Weil Sonntag
eh schon ein freier Tag ist – also es sei denn, man arbeitet in gewissen höllischen Branchen.

Stulle: Du hattest erwähnt, dass Du demnächst auch mal samstags und sonntags arbeiten musst.

Knorke: Das sind vier Wochenenden im Jahr, an denen es dazu kommen kann. Eines war bereits, an
einem Samstag. In drei Wochen ist es soweit: Dann geht’s ausnahmsweise mal sonntags los.

Stulle: Warum? Und warum nicht heute, am sog. "Tag der Arbeit"?

Knorke: Ganz einfach, da es an meinem Arbeitsort gewisse Veranstaltungen gibt, die ausnahmsweise mal
samstags und sonntags stattfinden. Das ist viermal im Jahr, wie gesagt, eine lächerliche Veranstaltung,
da steh ich locker drüber. Zumal es sonntags auch einen gehörigen Wochenendzuschlag gibt, das
Doppelte des normalen Stundenlohns pro Stunde! Das lässt man sich nicht entgehen. Aber ansonsten:
Feiertage, die auf Sonntage fallen, sind eben ein Schlag ins Gesicht für den Arbeitnehmer, man verliert
einen weiteren Tag, an dem man hätte freihaben können, vielleicht ein verlängertes Wochenende. Dieses
Jahr ist das leider heute mit dem Tag der Arbeit so, vergangenes Jahr war es der Tag der deutschen
Einheit, unser wichtigster und schönster Feiertag, der Nationalfeiertag. Ich finde: Jede Nation sollte einen
solchen Ehrentag haben. Eigentlich hätte es ja der 17. Juni sein sollen, aber der ist schon durch was
anderes besetzt…Würde zu weit führen, da ins Detail zu gehen…

Stulle: Womit wir beim Thema wären: Du hattest den Text letztes Jahr geschrieben – wieso nicht auch
direkt dann veröffentlicht?

Knorke: Keine Ahnung, ob ich keine Zeit, keine Lust hatte oder krank war. Letzteres halte ich für
ausgeschlossen, mir geht’s eigentlich fast immer ausgezeichnet.

Stulle: Wieso nicht an irgendeinem anderen Sonntag?

Knorke: Weil nur an wenigen Sonn- oder Feiertagen (zumal solchen, die auf einen Sonntag fallen wie der
heutige) das Thema passend wäre. Es werden nämlich nicht jeden Sonntag solch staatstragend-
pathetische, hochtrabende Reden gehalten, nicht immer kommt das übliche politische Geschwätz,
Geschwafel und Geschwurbel unsrer "rechtgeleiteten" linkskonnotierten Politiker so zur Geltung wie am
Tag der deutschen Einheit – oder dem der Arbeit.

Stulle: Hast Du also schon die üblichen Reden gehört?

Knorke: Kennst Du eine Erster-Mai-Rede, kennst Du alle! Alljährlich wird, wie auch schon am Tag der
deutschen Einheit, der mittlerweile auch gern als "Tag der offenen Moschee" missbraucht wird, ein
Zusammenhalt, eine Solidarität beschworen, die weder vorhanden sind noch realistisch umsetzbar, da
Menschen eben sehr unterschiedlich sind und es eh kein Zusammengehörigkeitsgefühl gibt. Das gilt
unter Deutschen immer als generell verdächtig. Das stinkt dann – vermeintlich! – nach Deutschtümelei,
Nationalismus und Nationalchauvinismus, auch wenn Patriotismus weder was Falsches noch
Krankhaftes ist. Dieses pathologische Herumreiten auf den negativsten Aspekten unserer Geschichte ist
vielmehr der Krebs, der uns auffrisst. Es ist nicht, dass wir nicht mehr an das Böse denken sollen, aber es
krampfhaft in ALLE positiven Gefühle fürs eigene Land hineinzuinterpretieren, das halte ich für dumm.
Es ist nicht nur das. Es gibt dennoch keinen Zusammenhalt. Wir Deutschen sind immer gut darin, Spalt-
und Demarkationslinien zu schaffen, mitunter Distinktion zu betreiben. Seit Corona sehen wir das
überdeutlich: Geimpfte versus Ungeimpfte, alle werden gegeneinander ausgespielt, Genesene gegen
Gesunde, "Wissenschaftler" gegen "Experten". Jetzt wird die neuste Sau durchs Dorf getrieben: PUTIN-
Gegner gegen PUTIN-Befürworter bzw. nicht per se Verächter, Deutsche gegen Russen, Russen gegen
Ukrainer und umgekehrt, Kriegsgegner wider Kriegstreiber – und die GRÜNEN sind auf einmal sehr
willens, ihre moralischen Antikriegs-Prinzipien über Bord zu werfen, schlimmer als es alle ex-
konservativen Parteien wie die CDU und FDP oder de-facto-konservative wie die AfD jemals gemacht
haben! Im Grunde bereitet man sich jetzt schon auf WW III vor. Und ich wollte nicht, dass diese Scheiße
zur Trilogie wird! Der dritte Teil wird erfahrungsgemäß der mieseste!

Stulle: Zurück zu den Reden: Ging es heute nicht schon wieder um soziale Gerechtigkeit?

Knorke: Ja, jedes Jahr wird, ähnlich wie schon beim Papst, immer wieder das alte Pferd weiter
totgeprügelt: "zu wenig soziale Gerechtigkeit", "schlechte Löhne" (trotz Mindestlohn), galoppierender
Kapitalismus – alles irgendwie wahr, aber eben auch komplexer, als es so behauptet wird. Und selbst
WENN es eines Tages traumhafte Löhne geben sollte und das Pfund Butter 2 Cent kostet, wird dann
immer noch rumgemeckert werden, dass man irgendwelchen Berufsgruppen zu wenig, anderen "zu viel"
in den Rachen schmeißt – während sich jetzt unsere Politiker nochmals saftig die Diäten erhöhen, gestern
Abend erst erfahren. Diese Verlogenheit mancher politischer Zeitgenossen, diese Mär von der immer
noch sozialen Marktwirtschaft, die einer dringenden Reform bedürfte – das wird immer alles da sein. Es
ist auch der Job der Gewerkschaftsfunktionäre und SPD-Politiker, rumzumeckern und sich ständig zu
beklagen. Dabei hat insbesondere die SPD, schon unter SCHRÖDER damals, die sozialen Schieflagen mit
begünstigt. Erst recht seitdem sie mit der MERKEL-CDU in die Groko gegangen waren: Da holt man sich
noch mehr soziale Probleme ins Land, indem man die Schleusen für die ganze Dritte Welt öffnet – und
kriegt nichts zustande außer dem Mindestlohn. Von dem ich damals übrigens dachte, dass die den am
Sankt Nimmerleinstag einführen. Das war die letzte große positive Überraschung, dass die den eingeführt
haben. Ansonsten haben die insbesondere ihre Kernklientel kläglich im Stich gelassen. Das selbst
gemessen daran, dass die großen Einwanderungswellen der 2015ff.-Jahre eben alles andere als das
große neue Wirtschaftswunder gebracht haben, sondern die Aufblähung des Sozialstaats noch nötiger
machten. Die wenigsten der dort damals eingetrudelten Herrschaften wird wohl in Arbeit kommen,
geschweige denn die Renten zahlen, soweit müsste die traurige Erkenntnis bereits gereift sein. Würde
jetzt allerdings alles zu weit wegleiten vom Thema. Die ganze völlig hirnlose, völlig irrationale "Humanität"
wird unsrem Land noch gewaltig auf die Füße fallen, unabhängig davon, ob sie irgendwie moralisch
"richtig" war oder nicht. Das entscheidet sich aber anderweitig. Mir geht es hier nur um das hohle
Gewäsch, jene alten Textbausteine, die uns alle nicht weiterbringen. Dass uns die inkompetentesten
Politiker aller Zeiten jetzt in die absolute Scheiße regieren, wird halt immer offensichtlicher – da werden
noch ganz andere gravierende Konsequenzen kommen als irgendein lächerlicher Klimawandel. Da macht
kein Arsch mehr 'ne Delle rein…

Stulle: Danke für das aufschlussreiche Statement.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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