Karl-Konrad Knooshood

Uns geht's stets prima!


"Uns geht’s ja – noch – sooooooooooo gut!",

hör ich sie immer prahlen,

die Politruks und ihre Medial-Vasallen,

Dabei muss man fürs täglich' Gut,

bald das Doppelte bis Zehnfache zahlen,

Stolz verlautbart man voller Mut,

als zög just man ein Karnickel ausm Hut,

welch weitere Qualen,

man dem Volk noch zumut',

 

Jaja, wir sind defini' die Schönsten, Geilsten, Reichsten,

wohnen fast alle zur Miete in Dreckskaschemmen,

knapp über die Runden immer mehr, die meisten,

- Wer kann sich noch 's Eigenheim leisten,

während Millionen meist Sozialfälle,

aus nie versiegender Oriental-Quelle,

ins kleine Land schwemmen,

 

Jaja, wir sind reich beschenkt, im Überfluss,

weshalb wir nicht mal Gärten oft haben,

deshalb, dass Papi Überstunden schieben muss,

der Parkt erstrahlt in 1000 Drogenfarben,

 

Apropos Park: Ein Dealer-Paradies,

mit überquellenden Mülleimern mit Pfandflaschen,

im Grün-Örtchen, wo Milch zu Nektar fließt,

dürfen Luxusrentner nach besagten Flaschen haschen,

denn sie sind so gierig, toll,

wie der "Anton aus Tirol",

sie lieben nämlich Alkohol,

und kriegen ihren Hals nicht voll,

mit den Bettlern um die Wette, ungewaschen,

versuchen, manch müde Mark zu erhaschen,

füllen sich zu Millionären ihre Taschen…,

 

Zum Waschen braucht man Massen Wasser,

die Maschinen sind jetzt sparsam,

ein feudaler Preis wird für erhoben,

wie für Strom, Gas, Butter, Milchrahm,

- uns geht’s so gut wie nie zuvor,

nur vorm LIDL und dem Ex-Stadttor,

lungern sie herum, die in Gold Gebadeten,

Die kommen nämlich aus Luxor,

und gönnen sich keine eigne Behausung,

hausen draußen auf der Straße im Asphaltdekor,

damit ihr Reichtum nicht Neid labt, abfärbt,

Seht, selbst ihre Verlausung,

ist schmuck, vornehm wettergegerbt,

 

Sehr ihr?! Wir sind die Reichsten,

weswegen wir weltweit beliebt sind,

deswegen können sich die allermeisten,

diese pittoresken Luxusschlitten leisten,

diese schnitt'gen Miniflitzer im Sausewind,

die viel Platz für Kegel, Kind,

bieten, wenn man Teile der Rückbank ausbaut,

Und diese Lastenfahrräder: wild, ganz wild!,

Guckt, wie glücklich der ausschaut,

dieser billige Güter Horter:,

Passt perfekt ins TAFEL-Bild!,

 

Steuern explodieren, Armut kann man,

auch in Mengen importieren, wenn man reich ist,

wir sind ja auch noch freier als der Iran,

so lang man mit Covid nicht "verseucht" ist,

Kindergeld in die ganze Welt verteilen,

die ganze EU künstlich am Kacken halten,

das deutsche Gelt stellt die stabilen Säulen,

dank USCHI V.D.L. und derlei Gestalten,

- Entwicklungshilfen – sogar an die Chinesen,

da die 's ja soooooooo nötig hätten…,

Bald bestehen wir nur noch aus Schulden, Spesen,

liegen wie tote Hunde an deren Ketten,

- wollen die Welt retten und schaffen uns ab,

um den Rest der Welt auf Rosen zu betten,

und die Klimaretterlis jetten,

komfortabel einmal um die ganze Welt,

und die Taschen voller Geld,

von Groschengrab zu Groschengrab,

 

Unsre Politiker weiter unterdessen?,

Denen geht’s prächtig, Dank fürs Mitgefühl,

Sie halten es für legitim, moralisch angemessen,

sich aus reinem Machtkalkül,

ähnlich zu benehmen wie die Banker:,

Sie schenken sich selbst 'nen Bonus ein,

lief's Land leck auch wie 'n defekter Tanker,

es musste etwas Diätenextra sein,

- für ihr "aufopferungsvolles" Totalversagen!,

 

Diese Flut im Ahrtal – wer konnt's ahnen?!,

Sie wussten 's schon zuvor – und warnten,

dann doch nicht – bei bohrendem Nachfragen,

stotterte die SPIEGEL vor sich her,

Die Betroffenen sollen nicht laut klagen,

nur weil sie kein Heimchen mehr, mit Herd,

und allen Besitz verloren haben,

 

Schließlich war die arme Frau überarbeitet,

überfordert, überlastet und musste Urlaub machen,

da sie weiß, wie wichtig, was richtiges Gendern bedeutet,

das ist zu ernst, sie auszulachen!,

 

Wiederaufbau wird Milliarden kosten,

an wem bleiben die Kosten hängen?,

Auch Lockdowns vom lieben Papa DROSTEN,

sind aufgund von Sach- und Lachzwängen!,

Wir brauchen Kohle, Handwerk, Pfosten,

- Wer zahlt? Bitte, liebe auch so wohlhabende Deutsche, Rentner, Journalisten – nicht drängeln!,

Man kann dies Pferd namens Volk noch lange gängeln…

 

Was waren wir noch gleich?,

Krösuskönigschwerstinkreich?,

Puh, pah, poh, dass ich nicht lache!,

Die ganze Erde hör ich albern kichern,

über uns einfältige Blödiane…









(29.04.2022)(C) 2022, Knorke Poorhood 



Stulle: Ein epischer neuer Rundumschlag Deinerseits ist das hier heute.

Knorke: In der Tat.

Stulle: Für Deine Verhältnisse und Möglichkeiten aber ein ziemlich bescheidener, finde ich. Hält sich alles
noch im Rahmen. Du haust nicht so heftig auf die Pauke wie damals in diesem mehrteiligen Gedicht, das
einem Rap glich.

Knorke: Ja, das war meine Art Hip-Hop oder Sprechgesang. Es war mir wichtig, mit dem alten Mythos
aufzuräumen, "wir Deutschen/die Deutschen" seien so reich. Zwar heißt es laut irgendwelcher Statistiken,
dass wir das größte Pro-Kopf-Vermögen in der EU haben, doch stimmt das bei weitem nicht mehr. Wenn
ich arme Rentner sehe, die in Müllkörben nach Pfandflaschen suchen – und ich sehe dieses Phänomen
häufiger, übrigens nicht nur von Ü60-Jährigen – und all die Bettler, offensichtlich Obdachlosen, die
teilweise auch diese Obdachlosenzeitschrift verkaufen, um sich ein kleines Gnadenbrot zu verdienen,
wenn ich sehe, wie immer mehr Menschen, inklusive ich übrigens, trotz gutdotierter oder halbwegs
gutbezahlter Arbeitsstellen mehr schlecht als recht über die Runden kommen, wenn dann auch solche
Naturkatastrophen passieren wie die im Ahrtal…

Stulle: …Die gab's doch immer schon. Denk mal an die Oder-Flut.

Knorke: Die war vor 20 Jahren, sicherte SCHRÖDER damals die Wiederwahl. Weil er aber auch wahrlich
gut war, wahrlich geholfen hat oder hat helfen lassen – wie damals SCHMIDT bei der Sturmflut in
Hamburg. Beides Politiker, die handelten! Beide SPD. Wenn man jetzt so sieht, was SPD-geführte
Bundesländerparlamente und natürlich Ministerien so machen…

Stulle: Die SPIEGEL-Affäre 2.0, also die mit der Frau, nicht dem Magazin, hat Dich ziemlich in Wut
versetzt?!

Knorke: O ja. Ich bin froh, dass die Frau zurücktreten musste. Du musst Dir das mal reinziehen: Sie hatte
familiäre Probleme, das bestreitet niemand. Dass sie dann aber, "zur Erholung nach dem Schlaganfall des
Mannes" in einen ausgedehnten Frankreichurlaub fährt und es ihre oberste Priorität ist, diese
geistesgestörte Gendersprache in den offiziellen schriftlichen Verlautbarungen zu haben, ist
unverzeihlich. Für sowas wäre man früher sofort zurückgetreten, heute dauert es entweder ewig oder man
kann einfach alles aussitzen. Das ist diese verfickte MERKEL-Mentalität: Einfach abwarten, bis Gras über
die Scheiße gewachsen ist, die man gebaut hat! Allerdings scheint sich zumindest in dem Bereich
allmählich eine Trendwende zum moralischen Gewissen zurück abzuzeichnen, siehe auch Rücktritt
HENNING-WELSOW bei der SED oder noch so 1-2 andere Personen bislang.

Stulle: Zum Text: Er wirkt sehr zynisch, sehr wütend, sehr aufgebracht. Wie bist Du drauf gekommen?

Knorke: Der einzige Vorteil am augenblicklichen Busfahren statt mit dem Fahrrad ist, dass man viel mehr
Möglichkeit zur Zerstreuung hat. Mir fällt ein wenig mehr ein als sonst. Auf den Fahrten zur Arbeit…

Stulle: Deine Arbeit ist gutbezahlt?

Knorke: Ich hab keine größeren finanziellen Probleme, kann mir aber auch wenig leisten, falls Du das
meinst. Wenngleich: In der Branche wird verflucht gut bezahlt mittlerweile. Im Vergleich zu damals, vor
vielen Jahren, als ich damit sporadisch als Nebenjob anfing…Also mir geht's gut, könnte natürlich noch
viel besser sein. Jedenfalls schrieb ich den Text an meiner Arbeitsstelle…

Stulle: Findest Du dort denn überhaupt Gelegenheit zum Schreiben?

Knorke: Vor Arbeitsbeginn ja. Mir steht täglich ungefähr eine Viertelstunde dafür zur Verfügung, bis
sämtliche Kolleginnen eingetroffen sind.

Stulle: Genderst Du Kolleginnen – oder sind es alles Frauen?

Knorke: Dort bin ich, was die reine Arbeit betrifft, Hahn im Korb – oder: Allein unter Damen. Es ist ein
angenehmes Arbeitsklima. Der Arbeitsort allerdings ist immer noch männerdominiert. Denn der Job der
Menschen, für die man dort alles in Ordnung bringt, ist so hart, dass ihn überwiegend Männer ausüben.
Das ist einfach so, dass Männer für manche Jobs geeigneter sind als Frauen – und umgekehrt. Deswegen
sind Quoten eben Gift. Aber das ist zu weit vom Thema weg.

Stulle: Genau. Also hast Du alles in die Tasten gehauen, während Du auf den Arbeitsbeginn wartetest?

Knorke: Nein, handschriftlich. Mein Block ist immer mit dabei. Eh ich mit der Arbeit anfange, verwahre ich
ihn sicher.

Stulle: Du machst an vielen kleinen ironischen, zynischen Seitenhieben klar, dass Deutsche doch nicht
die Reichsten sind?

Knorke: Guck Dir Dubai an, DAS ist Reichtum. Hier gibt es relativ wenig Wohneigentum. Ich meine: Es ist
wahr. Die wenigsten Bürger haben inzwischen Eigentum, was Wohnraum betrifft, selbst die Wohnungsnot
steigt stetig. Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass das Steueraufkommen rekordverdächtig ist und
unser Steuergeld sinnlos in alle Welt verprasst wird. Ein mittelprächtiger Skandal ist für mich etwa, dass
an die am stärksten prosperierende Wirtschaftsmacht der Welt, China, weiterhin Entwicklungshilfegelder
(!) gezahlt werden! Dann noch Kindergeld an irgendwelche in Übersee Lebenden, dann noch allerhand
andere Gelder, die sinnlos verschenkt oder verprasst werden – und die Politiker vergessen nicht, sich für
ihr kollektives Versagen noch selbst eine Belohnung in Form einer Diätenerhöhung zu verpassen.
Erinnert mich übrigens frappierend an die Großbanken-Manager, die im Falle ihres Versagens auch immer
mit saftigen Millionen- oder gar Milliarden-Abfindungen in den "wohlverdienten Ruhestand" gingen…ich
mein': Weißt Du noch, damals, 2008 – Banken- und Weltwirtschaftskrise?

Stulle: Aber natürlich! Ist auch alles in Deinem Gedicht verarbeitet, vergessen hast Du scheinbar nichts.
Und das hast Du alles innerhalb einer Viertelstunde zusammengefrickelt?

Knorke: Nein, es bedurfte schon 2-3 Tagen, an denen ich daran immer wieder geschrieben habe. Mein
Füller hatte versagt, ich schrieb dann mit einem Kuli weiter. Deshalb ist vielleicht teilweise der Rhythmus
spürbar kugelschreiberlich.

Stulle: Im Ernst?

Knorke: Im Ernst.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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