Michael Reißig

Nach verflixten siebenundsiebzig Jahren

Nach ewigem Friede sehnten sich die Menschen in gebranntem Land
Jedoch die Feuerwalzen und die Fluten zerschlugen den Verstand
Nur kurz beließen uns die Supermächte wundervollen Glaube
Dass niemals Krieg auf deutschem Boden Menschen um ihr Glück beraube


Wenn auf dem Erdenstern zuhauf des Geißelnehmers Flammen züngeln
Und hinter Ohnmachtsschirmen schwarze   Taubenschläge  sich verklüngeln 
Liegt's wahrlich nicht in Volkes Hand, in heimatlichen Sphären sich zu betten 
Keine Predigt vor dem Urnengang kann uns das Morgen retten  

Ehrlich gesagt, heute beschleicht mich ein
äußerst ungutes Gefühl an diesem
denkwürdigen Tag nach diesen verflixten 77
verflossenen "Friedensjahren"! Ich denke
immerzu, die Welt steht Kopf und ist dem
atomaren Inferno schrecklich nahe, was sogar
auf deutschem Boden seinen Anfang nehmen
könnte Planspiele wurden ja bereits im
russischen Staatsfernsehen gesendet.Und auch
die Meinungen bezüglich der Lieferung von
schweren Waffen an die Ukraine klaffen weit
auseinander und das sogar innerhalb der
politischen Parteien. Klaus von Dohnanyi, ein
ehemals führender Politiker der SPD sagte
jüngst im TV, dass die USA vor Beginn des
Krieges Angebote Russlands ausgeschlagen
hätte, was ich auch nur, dank seines Statements
erfahren konnte. Mittlerweile sind ja sogar die
Linken gespalten! Während Bodo Ramelow für
die Lieferung von schweren Waffen an die
Ukraine plädiert, hat sich Gysi dagegen
ausgesprochen. Und Oscar Lafontaine gibt sogar
zu verstehen, dass Deutschland von den USA
erpresst wird und dieser förmlich ausgeliefert.
Der Glaube, dass die Lieferung von schweren
Kriegsgeräten Putin zum Einlenken bringen
würde, hat sich in vielen Köpfen fest verankert.
Er könnte sich so stark vom Westen provoziert
fühlen, dass ein Druck auf den atomaren Knopf
nicht mehr ausgeschlossen werden könnte! Was
noch folgen wird, wissen wir nicht, aber uns
allen sollte klar sein, dass auch nur eine
Fehlentscheidung das Ende der Welt bedeuten
kann. Zumindest das Aus für jene Welt, in der es
sich zu leben lohnt!!!
Es ist halt alles so verflixt auf unser Welt. Und
das sogar nach diesen verflixten 77 Jahren!
Michael Reißig, Anmerkung zum Gedicht

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