Thomas-Otto Heiden

Der Reisende

 

 

 

 

 

Der Reisende



Im Zug da saß ein edler Mann,
vom Stande her,
wohl ein Aristokrat.
Den Zwickel fest im Auge,
damit er auch was sieht,.
Ein Büchlein auf dem Schoße,
und in der Hand ein Stift.

So saß er da,
und schaute um sich rum,
sah sich die Menschen an,
die zusammen mit ihm Reisten.
Sah aus dem Fenster,
um zu erblicken die Natur.

Und alles,
was ihm wichtig erschien,
das schrieb er nieder in sein Buch hinein.
Dann trank er vornehm wie er war,
den Finger abgespreizt,
genussvoll seinen Tee.
Und aß dazu sein Knäckebrot.
Belegt mit Käse aus den Bergen.

In dem Abteil, in dem er saß,
da gab´s auch andere Leute,
vom Stande eher arm und dumm,
so wie es schien.
Jedoch mit Anstand, ohne Frage.

Auch ihre Kinder waren lieb und nett,
sehr höflich und auch leise.
So wie es sich geziemt,
auf einer langen Reise.

Nur eines war ganz anders als die anderen.
Denn, es hatte wache Augen,
forschend war sein Blick.
Zu ergründen diese seine Welt,
das schien ihm zu gefallen.

Mit einmal,
da setzte es sich zu ihm hin,
zu diesem Reisenden.
Und schaute ihn verlegen an.
Mein Herr, bitte entschuldigen sie meine Störung,
so sprach es leise mit Bedacht.
Was schreiben sie da in ihr Büchlein,
ich würd es gerne wissen.

Nun, so sprach der edle Herr,
ich schreib nur auf was ich so sehe,
du kannst es lesen,
wenn du lesen kannst.
Oh ja mein Herr, ich kann,
ich lese sogar gerne.

Nun gut, dann lies, und frage,
wenn du etwas nicht verstehst.
Das Kind begann zu lesen,
mit Freude im Gesicht,
man sah´s ihm an.

Es wollte gar nicht aufhören damit,
so zog das was es lass, es an.
Der edle Herr, er war beeindruckt,
denn kannte er das was geschah,
sonst nur von seines Gleichen.

So bot er diesem Kind an,
es fortan gern zu fördern,
bot ihm ein Stipendium an.
Das Kind,
es machte ihm nie eine Schande. 
Es lernte fleißig und mit Freude.

Das ist jetzt lange-lange her.
Nun sitzt das Kind,
heut selbst von hohem Stande,
an manchen Tagen,
still im Zuge so wie der edle Herr vorher.

Schaut dann nach wachen Menschen,
schaut sich die Kinder an.
Doch leider kann er niemand finden,
kommt an die Kinder nicht heran.

Die neue Zeit die wir jetzt haben,
ja, sie ist Schuld daran.
So ist es halt im Leben,
gibt nichts, was man da machen kann.



Thomas-Otto Heiden

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.05.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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