Melisande Preuss

Das Eisbeinessen

Ich habe Hunger wie ein Knecht,

da kommt ein Eisbein gerade recht.

Den Kellner ruf’ ich flugs zu mir,

dass er mir bringt dies Teil vom Tier.

 

Da kommt es an, der Kellner ächzt,

mein Gaumen schmatzt, die Zunge lechzt.

Ich bin erregt und wie besessen,

denn was da schwabbelt ist mein Essen.

 

Ich spieß’ die Gabel in das Fett

und das Dilemma ist komplett.

vom Hosenbund bis hoch zum Hut,

bin ich bespritzt mit Schweine-Sud.

 

Begierig trenn’ ich mit den Zähnen,

das Fettgewebe von den Sehnen.

Voll Wohlbehagen schluck’ ich munter,

ein dickes Stück der Schwarte runter.

 

Jetzt wird mir doch ein bisschen flau,

der große Stempel ist ganz blau.

den ess’ ich auch, ist ja gesund,

er fühlt sich wohlig an im Schlund.

Ich seh’ auch Borsten schwarz und hart.

Genau so wie ein Stoppelbart.

Die könnten auch ganz lecker sein,

sie war'n die Zierde an dem Bein.

 

Nun bin ich fertig, will ins Bett.

Gesicht und Hände sind voll Fett.

Ich träume voller Wohlbehagen,

der blaue Stempel würgt im Magen.

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