Michael Bernt

Der Kuss

Wir tun es - man hat nachgezählt - seit tausenden von Jahren .
Wohl kaum ein Mensch auf dieser Welt, hat ihn noch nie erfahren .

Es gibt, dem Anlass angemessen, sehr viele Unterarten .
„Der Erste“ bleibt gern unvergessen, war oft nicht zu erwarten !

Am Anfang küsst du noch nicht selbst, im sicher besten Fall des Falles,
sind‘s Tausende die du erhältst, für  Mama, Papa bist du alles .

„Eltern-Liebe“ - unbeschreiblich, man muss sie erst erleben,
Gefühle werden unausweichlich - im siebten Himmel schweben .

Geküsst wirst du im Überfluss, auf Stirn, die Wangen und den Bauch,
auf Finger, Hände, Deinen Fuß und Oma, Opa tun es auch .

Mit einem Jahr bist du soweit, übst „deinen allerersten Kuss“ .
Dein Mund ein „O“, die Lippen weit, ein feuchter Umschlag wird‘s am Schluss !

In diesem Alter noch egal, die Eltern sind beglückt !
Doch küsst du später so nochmal, ist keiner mehr entzückt ! 

„Der Kuss“, dann in der Pubertät, kriegt eine andere Bedeutung .
Man hofft, er käme nicht so spät und findet bald Erleuchtung !

Zaghaft und noch unbeholfen, sind die Ersten ausprobiert .
Lippen schürzen, oder schmollen, Übung macht es ungeniert .

Dann  sehr schnell stellt sich heraus, „der Kuss“ dient auch zum „vorgeplänkeln“ .
Ein Kribbeln teilt sich wohlig aus, vom Kopf bis runter zu den Schenkeln .

Er wird jetzt zur Begleiterscheinung, im wilden Tanz der Paarung 
und bietet so - nach meiner Meinung - dem Paarungshunger Nahrung .

Man lernt ein zartes Zungenspiel, bei Kennern stet‘s ein „Muss“ !
Des Andern Zunge ist das Ziel, man nennt ihn „Zungenkuss“ .

Der Profi nutzt ihn meist verspielt, nicht nur auf feuchten Lippen, 
Er kann mit ihm auch sehr gezielt, ganz andere Stellen beglücken .

Doch ist „der Kuss“ am Ende auch  Gesellschaftsritual 
und wurde so zum guten Brauch, für viele ganz normal .

„Der Handkuss“ galt und gilt als vornehm, doch ist die Ehrerbietung selten .
Man muss sich mit ihm ziemlich vorsehn, weil zur Zeit Abstandsregeln gelten .

Viel zu laut und uncharmant empfängt dich die Societ-Tussi, 
mit Champusglas in ihrer Hand und flüchtigem „Begrüßungsbussi“ .

Wenn Nasenspitzen an sich reiben, weilst du  unter den Eskimos .
Auch Polynesier, sie neigen, zu dieser Art von “Nasenkuss“ .

“Den Bruderkuss“, den muss man mögen, Politiker tun‘s manchmal .
Wenn ihre Lippen dann verkleben - eher ein bizarres Ritual .

Du hast deine Hand geküsst und hauchst ihn sanft zu mir .
Ein „Luftkuss“, der mich online grüßt, bin ich mal nicht bei dir .

“Der Abschiedskuss“ - er wird gepflegt, kann man sich länger mal nicht sehen -
sich traurig gegenüber steht und will doch gar nicht gehen .

Dann gibt es noch „den letzten Kuss“, das Lebensende zeigt sich .
Ich hoffe Du kommst zu dem Schluss, der Küsse warn es reichlich !

MB Dezember 2022

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.12.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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