K.N.Klaus Hiebaum

H E R B S T - Variation




H E R B S T...

...was soll ich von dir halten ???
dein wesen ist gespalten
du bist sehr fotogen
doch leider schizophren
einmal betörst du uns mit farben
dann lässt du uns - in grauen nebelschleiern darben
es gibt tage - da überbietest du des sommers pracht
und andere - wo du bist trübseliger als kalte winternacht



heute morgen
hast du dich
wieder einmal
von deiner miesen seite gezeigt

wie üblich am wochenende
und immer an dem tag
wenn die alpenvereinstour geplant ist

das scheinst du dir
vom letzten sommer
abgeguckt zu haben
der hat auch schon
soviel bergtouren
ins wasser fallen lassen

habt ihr samstage oder sonntage
denn ein komplott geschmiedet???


H E R B S T
nur langsam und zähflüssig
weicht die nacht dem tage
wo bleibt das licht
wo die sonne

du düsterer HERBST
du schwermutspinsel
du spassverderber



hast wieder diese widerliche
dunkelgraue wand
hochgezogen
und uns übergespannt

kälte und nässe
schauderhaft eklig
von allen seiten
umgibst du mich


schwere tropfen
fallen herab
drücken mich nieder
nass und glitschig
ist der boden

dreckige pfützen
auf meinen weg gestreut
kriechen unsichtbar
aber umso spürbarer
in meine schuhe
und durch meine knochen
schaffen sich raum
in meinem innern
ertränken mein herz

grau - grau - grau
alles grau in grau
grauer nebel
hebt sich vom boden
schleicht heran
auf leisen pfoten
wie ein ungeheuer
von vorn
von den seiten
von hinten
umzingelt mich

es gibt kein entrinnen
es nimmt mich gefangen
lässt mich nicht los
dringt in meine hosen
windet sich durch mein hemd
wie tausend würgeschlangen
die mir den atem rauben

freude und leben
aus meiner seele pressen
wie ein ruchloser neider
der mir nichts vergönnt
und meinen frohsinn
verschlingen will






aber ICH

liege verträumt im bett
länger als sonst
genieß ich die wohlige wärme
schalte das radio ein
lass mich verführen
von den klängen der musik

nichts zwingt mich
nichts drängt mich
niemand ruft mich

genieße die freiheit
freu mich des lebens

steh heut auf
wann ICH will


lass mir das frühstück munden
und geh unter den nussbaum

wie nett von dir
mister HERBST

hast die spaziergänger
in die wohnung gefesselt
und so kann ICH heute
aus dem vollen schöpfen
denn kein “gassiführer“
hat sich vor mir
die plastiksackerl gefüllt

hi -hi -hi
lieber HERBST

hast mir
dank deiner grässlichen gräue
und verdrießlichen nässe
zwei eimer voll (nussen)
beschert


DU
und DU willst es nicht verstehen
dass dir am nachmittag - wird der saft ausgehen
und die sonne guckt - heimlich und verstohlen
ein wenig verunsichert - doch grinsend unverholen

durch ein paar himmelblaue flecken
und sieht mich mit meinen stecken
meine runden ziehen
alle düsterkeit muss fliehen!


bevor der tag geht zur neige
pflück ich noch ein paar zweige
und kleine blumensonnen
die nun in meiner stube wohnen
in einem schönen gesteck
an einem würdigen fleck
sie erfreuen mein herz
lassen nicht raum dem schmerz


und... lieber HERBST, das versprech ich DIR
wenn du deine farbenseite - wieder zeigest mir
dann bekommst du zwiespältiger wicht
von mir - ein lobeshymnen - gedicht
also reiß dich am riemen
wie es sich tut ziemen
für den besten kunstmaler der welt
der uns beschenkt - ohne geld
mit seinen bildern herrlich - bezaubernd
dass düsterkeit sich verkriecht - erschaudernd




wenn du ein paar farbenprächtige herbsteindrücke von mir lesen möchtest...dann klick "SÜDTIROL-Fahrt"

aber ich hoffe doch dass mir dieser herbst bald ein malerisches werk entlockt ggg

freut euch des lebens!
K.N.Klaus Hiebaum, Anmerkung zum Gedicht

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