Philipp Merx

Storchenturm

Der Storchenturm in roter Nacht

ragt stramm ins dunkle All

das halbe Kind dort oben wacht

getrennt von Geist und Qual.

 

Es wurde sacht ins Nest gelegt

von Zärtlichkeit und Liebelei

nun erbebts erregt

es erklingt sein heißer Schrei.

 

In Verlangen und Begehren

will es sich im Sturm vermehren

aus Lust und Unvollkommenheit

die späte Seele fortan schreit.

 

Das Kind wünscht halbes Himmelsrund

will sich mit ihm vereinen

brüllend tut‘s dem Äther kund

will helle mit ihm scheinen.

 

Am Rand des Storchenturms

auf einem Bein in Tatendrang

steht es, spannt den Arm nun auf

stürzt sich in den Liebessturm

der Klang des Windes treibt es an

ja er trägt es zum Himmel rauf.

 

Ohne Sinn, gewillt und reif

zieht es einen Silberstreif

der halbe Mond am Himmel tanzt

das Kind sich nun an jenen pflanzt

um zu verschmelzen, zu vergehen

und so ward es geschehen

dass in jener Nacht

dem Firmament ein Kind gemacht.

 

Der neue Stern im Zwielicht prangt

heiß nach Jahren dieser fällt,

am Himmelszelt in Zwei zerschellt

das Eine halb dort oben scheint

das Andre wird vom Storch gefangen

landet sacht auf weißen Schwingen

und wenn er‘s auf den Turm rauf trägt

beginnt erneut ein Schrei zu klingen.

 

- (c) P. Merx

 

 

 

 

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