Bernhard Pappe

Der Besucher und ein Weihnachtswunder


Es klopft…

Draußen vom Walde, da komme ich her.

Höret ihr Menschen, es weihnachtet sehr.

 

Mag den Besucher jetzt nicht haben!

Kennt denn jemand diesen Knaben?

Will da wieder jemand Spenden?

Soll an den Nachbarn er sich wenden.

 

Es klopft lauter…

Ich will allein zu dir mein Kind,

Drum eile zu der Tür geschwind.

 

Fühl‘ keine Lust, mich zu beeilen,

Ich kann mich nicht in Stücke teilen,

Ich kann für den nicht Zeit abzwacken.

Es gilt, Geschenke zu verpacken.

 

Es klopft noch lauter…

Ich bin es, der Geschenke verteilt,

Mit dem Schlitten über Himmel eilt.

 

Ich nähere mich der Tür ein Stück.

Rufe: Geh einfach in den Wald zurück!

Du solltest meinen Berg an Arbeit sehen,

Bleibe nicht länger vor der Türe stehen.

 

Es hämmert an die Tür…

Lässt du mich nicht zu dir hinein,

Ein Weihnachtszauber bringt mich rein.

 

Durch die verschlossene Tür zwei Stiefel schreiten.

Meine Augen sich vor Angst ganz weiten.

Den Stiefeln folgt ein beleibter Mann,

Der hat ‘nen roten Mantel an.

 

Er spricht…

Ich weiß, dass du nicht an mich glaubst,

Dich dadurch jeder Fantasie beraubst.

 

Wenn ich nicht wüsste, dass das nicht geht,

Der Weihnachtsmann hier vor mir steht.

Im Gesicht, da sitzt ein weißer Bart,

Den Gabensack hat er sich nicht gespart.

 

Er spricht weiter…

Es ist an der Zeit, an den Sinn des Festes zu denken,

Nicht mit teuren Geschenken sich davon abzulenken.

 

Ich weiß nicht, was du meinst mein Freund.

Meine Gaben sind stets gut gemeint.

Durch dutzende Geschäfte bin ich gelaufen,

Um all die Sachen einzukaufen.

 

Es spricht erneut…

Steckt in deinen Päckchen Liebe

Oder sind es nur des Geldes Triebe?

 

Natürlich kosteten die Geschenke Geld.

Teuer müssen sie sein, so mag es die Welt.

Wenn es nicht glitzert und blinkt,

Niemand sonst in Entzückung versinkt.

 

Er spricht eindringlich…

Das Zeug, nur teurer Tand und Plunder.

Ich helfe dir mit einem Weihnachtswunder.

 

Sein Armschwung bildet einen Kreis,

Meine Päckchen verschwinden leis‘.

Auf meinem Schoß ein neues sich findet,

Mich mit seinem Glanze bindet.

 

Es spricht liebevoll…

Den Geist der Weihnacht es enthält.

Besser ist’s als Gut und Geld.

 

Ich blick’ aufs Paket, ich schaue auf ihn.

Es geht mit seinem Sack zu Türe hin.

Er winkt zum Abschied mit seiner Hand,

Ein paar Funken stoben und er verschwand.

 

Ich bin mit meinem Paket allein

Und kann doch nicht traurig sein.

Ich werfe mit Schal und Mantel über,

Gehe zu meinen Freunden hinüber.

 

Ich klingle und die Tür öffnet sich,

Sie warten schon neugierig auf mich.

Ich schaue sie an und kann es kaum glauben,

Des Paketes Glanz tanzt in ihren Augen.

 

Geöffnet mit Spannung, wir packen es aus,

Aus seinem Bauch kommt ein Spiel heraus.

Aufgeklappt das Brett, Figuren aufgestellt

Für das Spiel noch einen Partner gewählt.

 

Wir spielten hindurch die ganze Nacht,

Beisammensein hat riesigen Spaß gemacht.

Eine Freundin hat mich geküsst,

Wenn das kein Weihnachtswunder ist.

 

© BPa / 2009 – Leicht überarbeitet 12-2022

Es ist ein sehr altes Gedicht, welches ich ein wenig abgestaubt und überarbeitet habe. Ich hielt es immer für
ein wenig zu lang. Gefühlt ist heute der richtige Tag, um es der Welt zu schenken.



Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine frohe und friedvolle Weihnacht. Die Tage sind gewiss voller
Wunder, wir müssen diese nur erkennen.
Bernhard Pappe, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.12.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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