Christian Gloggengießer

Das Geheimnis des Weihnachtsmannes

Hinter jeden alten Kirche, von dornigen Hecken
eingekreist, verdunkelt unser vereister
Friedhof stumm die Winterluft. Seine Mauer
ruht steinern in knochenharter Erde. Die Tore, 
schwere, eisenschwarze Gitter - Beschauer
schrecken oft zurück - mit Klirren erwecken
sie so manchen Trauergast. Ein verwaister

Alter kniet am letzten Kerzenlicht auf der Lauer,
wartet zitternd auf die Mitternacht. Sein vergreister
Bart, sich genau so windend, glitzert hell um alle Ecken.

In jeder kleinen Kirche hoch von der Empore
schwingen schließlich Glockentöne sterblicher Dauer.
Dann endlich nach den guten Taten müssen weiße Geister
diesen Mann wie immer ein Jahr lang verstecken - 

doch diesmal wolle er nicht - wie jedes Mal -, die Trauer, 
aus der Menschen Herzen zu enteilen wie all die Jahre vorher, 
wolle er nicht mehr so lächelnd verdecken. 

Aber nur einmal im Jahr hat er
als ewige Erinnerung die Frohe Botschaft
den Menschen, die an die Liebe glauben, 
in seiner kurzen Weihnacht zu schenken. 

Der Rest ist sein Geheimnis. 



(verfasst am 22. Januar 1985, Christian Gloggengießer)

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