Inge Offermann

Manegenabend im Karlsruher Weihnachtscirkus

Lichtgesäumt spiegeln sich
die geschwungenen Zeltbögen
des Karlsruher Weihnachtscircus
in gegenüberliegenden Dämmerfenstern.
Auf Einlass wartend umschlendern wir
den lichtgeschmückten Geländezaun,
bis wir durch den Goldlichternetztunnel
in den festlich gestalteten Vorraum treten.
Überall glitzern schneeweiße Budendächer,
glänzen rotgolden Weihnachtsbaum,
Gestecke, Lichtersäule und Dekotische.
Wie aus Eislichtern gefertigt blinken uns
Rentiere, Pinguine und Tannenschmuck an.
In der Manege verströmen Scheinwerfer
Regenbogenschein, und geheimnisvoll
schimmert der auberginefarbene
Manegenvorhang, als beim Verdunkeln
gespannte Dämmerung den Raum erfüllt.
Elegant schweben weißröckige Tänzerinnen
unter taumelnden Schneeflocken auf
ihren Podesten,  und eine Sängerin
im rotglizernden Gewand leitet
das Auftauchen der Zirkusbahn
mit winkenden Fahrgästen, Nikolaus und
grüngekleideten Weihnachtsfrauen ein.
Schwerelos die Luftakrobatin im Goldtrikot
mit rotglänzenden Tüchern auf dem Schwungtrapez,
perfekt die Fußballjonglage einer
tschechischen Performancekünstlerin
in weißglitzerndem Anzug,
schlangenartig die Verbiegungen
einer Kontorsionistin im funkelreptilgemusterten Outfit,
klassisch ausgerichtet Pferd- und Ponynummer
eines Paares in roter und blauer Glanzuniform,
kinderortientiert der Auftritt in Dirndl und Lederhose
mit dressierten Ziegen und Gänsen auf
Treppe und Plastikrutschbahn und
unterhaltsam die Clowndarbietungen
mit Fahrrad, schwebenden Mikrofonen,
Trompeten aus einem Spülkastenrohr
und fröhlichen Wassersprühaktionen.
Krönend der Abschluss mit rosa Tänzerinnen,
die eine Erdkugel mit Friedenstaubenwimpel bestecken,
und jeder erscheinende Darsteller eine hinzufügt,
bis der Globus blau umflattert dasteht, Glitzerballett
und Sängerin die Lichttreppe füllen und jeder Künstler
im Kreis die Manege zu anhaltenden Standing Ovations.
Die Zuschauer nehmen leuchtende Erinnerungen
an eine moderne, einmalige Show mit auf den Heimweg.

 

© Inge Offermann

 

 

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