Patrick Rabe
Raubtier/Meer im Ohr/Stadtsommer
Ich versenke mich in deine nackten Träume,
die Tiefe deiner Schale,
ich trink' aus ihr die feuchten Schäume,
ich lecke deine Male. (1
So tief stürz' ich in deinen Mund,
und lass mich in dich fallen,
das Ichsein macht mich Tags so wund,
in dir werd' ich zu allen.
In dir verlier' ich mich, und werd'
ein Kind der fernen Sterne,
ein Tier bist du, machst mich zu Erd',
bei dir bin ich so gerne.
Und fliegen tust du ganz hinauf
zum Sirius im Rausche,
sink' ich herunter, steigst du auf,
bis ich ganz mit dir tausche.
***
Meer im Ohr
In meinem Ohr, im Muschelraum,
lebt eine Meerjungfrau im Schaum.
Sie schmiegt sich in die dunkle Höhle,
und streichelt klingend meine Seele.
Sie spielt zur Früh' mit einem Rochen,
Yeside wohnt im Wangenknochen,
kommt Meerjungfrau manchmal besuchen,
am Ohrgrundmuschelmutterkuchen.
***
Stadtsommer
Der Sand staubt, und es riecht nach Stadt,
hab' Sonne auf der Zunge,
es küsst sich, was einander hat,
ein Mädchen und ein Junge.
***
Alle drei Gedichte: © by Patrick Rabe
geschrieben Donnerstag, 25. Mai 2023, Montag, 29. Mai 2023 und Donnerstag, 8. Juni 2023.
(1: Diese Zeile ist nicht als Aufforderung gedacht, sich selber zu verletzen. Ich meine Narben, oder Wundmale des Lebens.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Patrick Rabe).
Der Beitrag wurde von Patrick Rabe auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.06.2023.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
web.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)