Heinz-Walter Hoetter

Sechs nachdenkliche Gedichte

 

 

 

1. Die Botschaft

 


Du schreibst schöne Geschichten und bist ein Dichter?
Du hast erfahren, die Menschenwelt ist voll böser Richter?


Ja, ich weiß, die Dinge tust du mit anderen Augen sehen.
Auch kannst du viele deiner Mitmenschen nicht verstehen.


Einsame Gipfel unter schlimmen Schmerzen hast du erklommen.
Nun kann ich dir sagen: "Deine große Zeit wird bald kommen."


Denn, die Sehnsucht nach dem unbekannten Ziel gabst du nie auf.
Die guten Zeichen werden dir jetzt offenbar.
Achte also darauf!


 

(c)Heiwahoe


 


 

***

 

 

2. Das Alter ist ein Zumutung

 

Vor der Eingangstür, da blieb ich verdutzt stehen.

Denn da war ich selbst, um mich blöd anzusehen.

Mein anderes Ich, es stand als ich gleich neben mir.

Ich fragte mich neugierig: „Was machst du denn hier?“

 

Mein anderes Ego, das blieb aber leider nur ganz still.

Ich fragte mich nachdenklich, was mein Ich von mir will?

Leise schließe ich die Tür auf und verschwinde im Flur.

Ich grübel und denke: Warum macht mein Ich das nur?

 

Dann gehe ich die Treppe nach oben schimpfend rauf.

Oben angekommen, da komme ich ganz plötzlich drauf.

Denn mir wird auf einmal irgendwie komisch, na klar.

Ich frage mich, warum ich eben unten vor der Türe war.

 

Ich gehe auf mein Zimmer und hege Groll gegen mich.

Man wird eben nicht jünger, sondern älter, was richtig ist.

Man vergisst so manches, was so ist, das gebe ich auch zu.

Das Alter ist eine Zumutung, das weißt sicherlich auch du.

 

(c)Heiwahoe

 

 

 

***

 

 

3. Die Mauerwand

 

Es steht immer noch eine graue Mauerwand

einfach so herum im weiten deutschen Land.

 

An dieser Mauerwand stand mal eine Leiter.

Man fragte sich: „Nur warum? Nichts weiter?“

 

Da kam ein Mann, der hatte einen Hammer in der Hand.

Er schlug damit ganz heftig ein auf die Mauerwand.

 

Diese hässliche Wand ist ein richtiger Schandfleck.

Sie gehört hier nicht hin und muss einfach weg.“

 

Aber die Wand war aus festem Stein und sehr, sehr hart.

Der Mann haute Jahre und bekam dabei einen langen Bart.

 

Nun, das war einmal vor langer Zeit, ihr lieben Leute.

Der Mann ist schon lange tot, die Mauer steht noch heute.

 

(c)Heiwahoe

 

 

***

 

4. Wie ein Kind im Wind

 

 

Oh, ich tanze im Wind,

wie ein kleines Kind.

 

Ja, er trägt mich fort,

einfach von Ort zu Ort.

 

Ich fliege über das Land,

bis an den Welten Rand.

 

Der Wind, er wirft mich ab.

Ein jeder muss in Grab.

 

Männer, Frauen, Kinder, Greise.

Für jeden endet mal die Reise.

 

Das Leben geht dahin geschwind.

Im Traum, da bin ich wieder ein Kind.


 

(c)Heiwahoe


 

 

 

***

 

 

5. Der Sucher

 

 

Als Sucher gehen wir durch unser Leben.

Immer einem unbekannten Ziel entgegen.

Wir planen, denken und schaffen auf allen Lebenswegen.

Am Ende, da wird man uns doch alles wieder nehmen.

So verzweifle nicht, mein Menschenkind, ich will dir etwas geben.

Wer schaut in aller Stille das schöne Wesen der Natur und allem Leben, dem

kommen Weisheit und Erkenntniswissen schon bald von selbst entgegen.

 

(c)Heiwahoe
 

***

 

6. Das Gedicht vom Kreisel

 

 

Der Kreisel sich im Kreis bewegt.
Das Leben mit dem Tod vergeht.

So drehen wir alle unsre Runden.
Vielleicht, um neue Räume zu erkunden?

Im Dasein, ja da bleibt nichts stehen.
Wir müssen immer weiter gehen.

Von einem Lebenstraum zum andern.
Durch unbekannte Türen in ein nächstes Dasein wandern.

Der Kreisel aber hört nicht auf zu drehen.
In Ewigkeit er sich bewegt, die wir durchgehen.


 

(c)Heiwahoe

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.08.2023. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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