Marion Wagesreither

Unterdrückte Gefühle

Gedanken, die in mir gefangen sind,
Gefühle, die ich niemandem zeigen darf,
Ängste, die mich quälen, doch verbergen muss,
Wie ein Virus, der mich innerlich zerfrisst.

Die Hoffnung, längst verblasst, aus meinem Blick,
Nur Dunkelheit, die mich umfängt, Stück für Stück.
Was einst Freude war, ist jetzt ein Albtraum,
In meinem Herzen herrscht nur noch ein leerer Raum.

Erinnere mich an Glück, das längst verschwand,
Doch ich darf nicht zeigen, was in mir verbrannt.
Einsamkeit umgibt mich, doch niemand weiß,
dass ich in dieser Dunkelheit, in diesem Loch verweil.

Wann hört dies Leiden endlich auf? 
Nimm Rücksicht, halt es in dir, ich fleh'.
Soll nicht ausbrechen, doch spürst das Beben,
Die Tränen in den Augen, die dich ständig erheben.

Kämpfen, kämpfen, kämpfen, doch allein,
Denn niemand soll sehen, wie ich leide, wie ich schrei.
Ich kann nicht mehr, ich bin verloren,
In einem Meer aus Schmerz und Angst, in mir verborgen.

Doch spürst du, wie das Beben sich in dir erhebt,
Die Feuchtigkeit in deinen Augen, immer unklarer wird dein Blick.
Kämpfe, kämpfe, halt es fest und lass es nicht entweichen,
Eine Träne bahnt sich ihren Weg, auf deiner Wange weilt ein bleicher Streifen.

Gefolgt von einer zweiten, dritten, unendlicher Last,
Du hast es nicht geschafft, du weinst wieder nicht in Einsamkeit.
Fühlst dich schlecht, als hättest du versagt,
Solltest doch deine Gefühle nicht zeigen oder dein Leid.

Es geht nicht um dich, so hast du dir gesagt,
Du bist nicht so, du nicht, das ist der Preis, den man zahlt.
Wie die, die nur sich selbst am nächsten sind,
Es ist einfach zu viel, der Schmerz in dir drin, wie ein endloser Wind.

Ich will auf mich aufmerksam machen, SOS,
Doch wer hört schon, wer sieht meinen Stress?
Es ist zu viel, der Druck wird unerträglich,
Ich zerbreche, fühl mich einsam und unwesentlich.

Aber was tust du denn so? Ach, wie armselig,
Ist doch kein Problem, du jammerst nur, das ist nichtig.
Wird schon werden, was für ein Witz, so naiv,
Beruhige dich, du kleiner Dramaqueen, so destruktiv.

Vielleicht bist du selber Schuld, ist doch wahr,
Beklag dich nicht, als ob dich jemand hören mag.
Wird schon werden, als ob das jetzt so wichtig wär,
Wie erbärmlich, wie du dich selbst bemitleidest und beschwerst.

Tränen in den Augen, ein gebrochener Blick,
Das Leben ist so schwer, ein ständiges Zurück.
Einsam in der Dunkelheit, die Wut in mir erwacht,
In meinem Inneren, da tobt eine unerbittliche Schlacht.

Lasst mich in Frieden, ALLE, ich will euch nicht mehr sehen,
Eure Worte sind wie Messer, in meinem Herzen
Ihr habt mich verletzt, und nun schließ ich die Tür,
Denn ich bin zornig und enttäuscht, auch von mir

Welcher Plan führt aus dem Dunkel hinaus?
Wie sollte es sein, welchen Weg zeigt uns der Lauf?
Soll es wachsen, sich entfalten, weiterhin gedeihen,
Oder ist es dazu da, mir meine Dummheit zu zeigen?

Ist es verschwunden, habe ich dann versagt?
Nichts mehr zu verbergen, die Stille in mir, so zaghaft.
Innerlich erstarrt, er, sie, ich... alles leer,
In diesem dunklen Abgrund, in dieser Wüste schwer..

Spüre, wie wir uns entzweien, die Verbindung schwindet,
Und es tut mir unendlich leid, wie uns das Schicksal bindet.
Bei dir, bei mir, bei uns allein ist der schmerz zu Besuch,
Ich war nicht stark genug, so ist der bittere Fluch.

Habe solche Angst davor, wenn die Stunde naht,
Und ich dort stehe, leer, ohne jede Tatkraft.
Nicht in der Lage, Emotionen zu empfinden,
So soll es nicht sein für das Leben in meinen Händen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.10.2023. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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