Martina Wiemers
Der Gärtner gärtnert jederzeit
Der Gärtner gärtnert jederzeit,
ist zum Gärtnern stets bereit,
weil Gurken, Zwiebeln und Tomaten,
Kräuter für den Sonntagsbraten,
Erbsen, Bohnen und auch Möhren,
zu seinen Lieblingen gehören.
Wenn ein Unkräutchen hochblickt
er sofort den Spaten zückt.
Gräbt es aus, wirft mit der Hand,
es in Nachbars Zwergenland,
weil diese blöden Zipfelmützen,
grinsen durch des Zaunes Ritzen,
wenn nachmittags so gegen vier,
er sich gönnt auch mal ein Bier,
dass er zischt gleich im Stehen,
weil er noch will Spinat aussähen.
Verschnitten werden müssen Rosen,
abgeerntet Aprikosen,
niemals gönnt er sich mal Ruh,
sein Liegestuhl sieht traurig zu.
Den Rasen mäht er extra kurz,
dem Maulwurf ist das völlig schnurz,
buddelt nachts ganz viele Hügel,
dem Gärtner wird beim Anblick übel.
Er legt sich stündlich auf die Lauer,
doch der Maulwurf ist viel schlauer.
Dem Gärtner will es nicht gelingen,
den kleinen Kerl auch umzubringen.
Kauft sich im Baumarkt eine Falle,
doch der Maulwurf kennt sie alle,
selbst als ins Loch er Gift reinsteckt,
der Maulwurf auch nicht davon schleckt.
Der Gärtner gärtnert einfach gerne,
selbst im Urlaub in der Ferne,
wird er nur Gärten sich angucken,
sich nach jedem Unkraut ducken.
Dem Fachmann zeigen dort das Jäten
und den Umgang mit Geräten,
die erleichtern ihm das Schuften,
Rosen empfehlen, die stark duften.
Die ganze Fahrt auf dieser Reise,
wird er heimlich still und leise,
hier und dort ein Kraut abzwacken,
so manchen Keim einfach raushacken,
Pflanzt ihn zu Hause in den Garten,
muss nun das Anwachsen abwarten.
So manches Mal wird es gelingen,
dann beginnt er mit dem Düngen.
Zeigt sich das Kraut in Blütenpracht,
des Gärtners Herz so richtig lacht,
lädt ein voll Stolz die Nachbarschaft,
doch sein Tun wird hart bestraft.
Die ist erpicht nur auf sein Bier,
davon trinkt jeder Stücker vier,
essen die Bratwurst und das Steak,
erleichtern sich auf seinem Weg.
Das sieht der Gärtner gar nicht gern,
hält künftig sie vom Leib sich fern,
gärtnert weiter vor sich hin,
denn nur das macht für ihn Sinn.
Malen, dichten sind tabu,
da fallen ihm die Augen zu.
Er schläft am liebsten gleich im Garten,
die Ehefrau zu Haus kann warten.
© Martina Wiemers
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.03.2024.
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