Saliah Ylenia

Und ich weinte um die Welt, 2030

                                                         Der entseelte Mensch, 2030

In jener dunklen Zeit
verlor die Sonne ihren Glanz
und der Frühling ging
klanglos mit seiner Pracht
an der Welt vorbei.
Lethargie zeichnete die Menschheit aus.

An einem dieser verwüsteten Tage
war der seltsame Mann mit dem langen Bart
wieder auf dem Marktplatz.
Er erhob seine Stimme:
„…Wer Ohren hat, der höre…!“, rief er aus.
Stille erfüllte den Markt, immer wenn der alte Mann sprach.

In dieser Zeit das Humanscheusal war
schon fertig mit dem ersten Schritt seiner Barbarei.
Künstliche Viren und Bakterien
mit gezielt perfiden Pandemien,
griffen immer wieder die Menschheit an.

Millionen Tote.

Übersterblichkeit füllte die Welt.

Der Tod kam unerwartet und plötzlich.

Und der Sänger der Gerechtigkeit sang sein Lied:
„Diktatoren halten von Menschenleben nichts,
sie gehen über Leichen,
wenn es um Weltherrschaft und ihren Wohlstand geht…“

Und er, der weise war, antwortete dem Sänger:

„Einzig und allein die Blindheit, Passivität
und permanente Ignoranz des Volkes
hat die Entstehung dieser Barbarei ermöglicht…“

Und ich, ich zerriss mein Kleid,
als ich die Menschen sah,
die verzweifelt
nach dem Tod suchten. Sie rannten zu
den Euthanasie-Automaten, die der
Monstermann in Ecken wichtigster
Straßen gestellt hatte.
Dort standen immer Männer, die die Toten
gleich entsorgten.

Und der Prophet erhob seine Stimme in jener finsteren Zeit:

„Suche Gott solange Er noch zu finden ist,
frag dich selbst: Was ist deine Aufgabe hier?“

Der Giftcocktail wurde Pflicht als Medizin.
Immer wieder musste der Mensch ihn einnehmen,
denn er half dem Humanscheusal mit
seiner Wirkung in Menschenhirn,
Menschen im Zombiemodus zu erhalten.
Wer ihn nicht einnahm,
durfte nicht mehr
kaufen und verkaufen,
er wurde verfolgt, getötet,
denn KI kontrollierte jetzt alles.

Und ich, ich weinte sehr um die Toten, doch
noch mehr weinte ich um die Lebendigen.

Durch die Verschmelzung von
biologischen Eigenschaften und
genetisch verändertes Erbgut
verschwand in den Menschen die Kreativität
und die Fähigkeit zu denken.
Sie befanden sich in Knechtschaft, ohne es zu merken.

Und als ich die manipulierten Blumen und Gewächse
der Felder sah und die entseelten Tiere, die
nur für die Produktion vorgesehen waren,
weinte ich bitterlich um die ganze Welt.

In dieser neuen Weltordnung der Stakeholder
praktizierten die Monsterärzte
die Eugenik, dem Klimawandel zuliebe und um
die Überbevölkerung einzudämmen.

Verblüfft, schrieb der Dichter:
„Unsere Realität ist roh und fühllos
um sie mit Blumen schmücken zu können...“

Viele Menschen fanden diese neue Weltordnung
dennoch schön, denn sie wurden gezähmt
mit Hypnopädie und mit neopawlowscher Konditionierung.

Kryptowährung war das einzige Zahlungsmittel,
so konnte das Humanreptil
den Kontostand der Menschen
besser kontrollieren.

Die Weltwirtschaft war nun in Hände der technokratischen Elite.

Oh, der törichte Traum des Humanscheusals
wurde wahr
Millionenleben forderte die wahnsinnige
Illusion der Monster Ära.

„Erlöse uns!“, schrie der Prophet oft zu Gott.

Alles wurde durch Algorithmen geregelt.
Nichts sollte der KI entgehen.
Auf dieser Weise konnte die KI, Menschen
besser steuern und sicher kontrollieren.

Das Humanscheusal und seine Werke
wollten größer als Gott und seine Schöpfung sein.

Und ich beugte mich vor dem Himmel
mit zerrissenem, gebrochenem Herzen
und ich weinte um die Toten, doch
noch mehr weinte ich um die Übriggebliebenen.

Und ich betete:
Herr Jesus, steh auf, Herr!
Erhebe deine Hand gegen die Monster.
Vergiss nie das Karmesinrot,
das an der Hand des Humanscheusals klebt;
übe Vergeltung, Herr, gnadenlos.

„Siehe, wer noch sehen kann,
fühle, wer noch fühlen kann.
Was ist deine Aufgabe hier?“,
fragt der Prophet noch einmal.

Autorin: ©Saliah Ylenia, April 2024

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