Harald Schneider

FRAU SCHULZ

Herr Schulz fühlt ständig seinen Puls
und mißt den Blutdruck alle zehn Minuten
Er fühlt sich unwohl, der Herr Schulz
Er glaubt, er müsse sich schwer sputen
dem Tod noch einmal zu entkommen.

Das Herz es rast, der Blutdruck steigt
Herr Schulz hat ein Geräusch vernommen,
als ob der Todesgeiger vor der Türe geigt.

Der Tod, er geht von Tür zu Tür
und schellt vielleicht auch gleich bei Dir.

Frau Schulz hat leider unbedacht
die Tür ihm gerade aufgemacht.

©️Harald Schneider

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.04.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Ein geborener Nobody hat, sofern er überhaupt jemals etwas besitzt, höchstens ein Drittel von dem, was die Norm ihr Eigen nennt. Denn er hat nun mal keine Lobby und somit auch keinerlei Protektion. Steht dabei immer in vorderster Linie des täglichen Überlebenskampfes, sich dabei selbst im Wege und muss gegen tausende Dinge ankämpfen, von deren Existenz die Masse erst einmal gar nichts weiß. Für Charly stehen die Sterne bereits schlecht, als er 1950 in Düsseldorf als Sohn staatenloser Eltern geboren, die ersten Lebensjahre in einem alten Backsteingebäude heran wächst, das hinter vorgehaltener Hand der blutige Knochen genannt wird. Als staaten- und heimatlos gestrauchelter Seemann, Chaot, Loddel und Taxifahrer, begegnet er im Alter von 53 Jahren seiner Muse, in die er sich unsterblich verliebt, sie jedoch kurze Zeit später wieder verliert. Philosophierend taumelt er weiter durch den Keller des Lebens. Seine teilweise selbst erlebte Geschichte erzählt der Autor in der Gossensprache, die er gelernt hat und reflektiert damit das Leben im gesellschaftlichen Randzonenbereich. ..für viele unserer so unglaublich normalen, überschlauen Zeitgenossen, auf eine manchmal etwas vulgär formulierte Art zu schmutzig. Aber die Wahrheit ist nun einmal schmutzig.

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