Regina Vogel
Das Hochmoor
Das blasslilafarbene Wiesenschaumkraut und das rote Blutströpfchengedeihen auf den unberührten Wiesen besonders gut.
Hier oben im Hochmoor pfeifen die Ostwinde stetig.
Sie sind Teil dieser außergewöhnlichen Landschaft.
Bedächtig zupfen die großrahmigen, dunkelbraunen
Kaltblüter das saftige Gras und die würzigen Kräuter
mit ihren weichen Mäuler aus der duftenden Erde.
Wenn ich mich zu ihnen geselle und sie mit einem
freundlichen Klaps begrüße,drehen sie sich ruhig in meine Richtung
und lassen sich nicht weiter von mir stören.
Meine kardinalroten Gummistiefel werden immer wieder
schmutzig, wenn ich auf der Wanderung durch das Hochmoor
in die funkelnden Wasserpfützen steige.
Hier oben ist alles so still, so ruhig,
als ob sich eine unsichtbare Kraft zum Schlafen
hingelegt habe.
Der Sonnentau und die Venusfliegenfalle
vermehren sich hier hervorragend.
Obwohl sie nahzu verdeckt und winzig
zwischen den Moosen und Gräsern leben,
haben sie sich erstaunlich gut durchgesetzt
und trocknen in der frühen Morgensonne
ihre nassen Blätter.
Mein Spaziergang durch das Hochmoor mit
seinen frischen, dunkelgrünen Wiesen,
macht mir immer wieder Spaß. Er ist für mich
der Ausgleich in dieser unbarmherzigen, hektischen Zeit.
Seelenbild für meine Kollegin Maria 2014 Vorheriger TitelNächster Titel
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.08.2024.
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