Ingrid Bezold

Herbstwehen

Der Stuhl vor dem verblühten Sommerblumenfeld
steht, wie vergessen, einsam und verlassen da,
als wäre er für mich bereit gestellt,
zu mir zurück zu finden - bodennah.

Wie einen Wink, hier vor dem Feld zu rasten,
nehm ich das Angebot für mich.
Schon finde ich ein Schwinden meiner Lasten -
schreib mich hier frei vom spitzen Stich.

Im Herbstweh´n fliehen die Gedanken fort -
weg vom Papier - weit in die Ferne
über Städte und so manchen kleinen Ort
und mit ihm ziehen letzte Vogelschwärme.

Der Himmel weicht vom Hell ins Dunkel.
Nun ist es an der Zeit, zu gehen.
Es blitzt ein schwacher Blumenfunkel
beim letzten Blütenblattverwehen.

                                   *

Text und Foto (C) Ingrid Bezold

Bild zum Gedicht Herbstwehen

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.08.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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