Ingrid Baumgart-Fütterer

Und wieder die Liebe (3)

-1-
Kein Glück in der Liebe

In der Schmiede geschäftiges Treiben,
der junge Schmied musste sich beeilen,
schmiedete ein Klapphorn,
trank zwischendurch ein Korn,
musste zum Abschluss am Horn noch feilen.

Auf dem Horn blies er ein Liebesständchen,
bat hernach die Liebste um ihr Händchen,
sie verzog ihr Gesicht,
liebte diesen Schmied nicht,
schenkte 'nem Geiger ihr Liebesbändchen.

Die Enttäuschung des Schmieds war grenzenlos,
versetzte seinem Herzen einen Stoß,
er schmolz das Klapphorn ein,
betrank sich mit viel Wein,
handelte aus Wut derart rigoros.

-2-
Der Späher
-1-
Es flackern Kerzenlichter,
ihr Schein erhellt Gesichter
von einer Frau, einem Mann,
er zieht sie fest an sich ran.
-2-
Beide kommen sich näher,
vorm Fenster steht ein Späher,
drückt sich seine Nase platt
und denkt sich "Wer hat, der hat".
-3-
Lustvoll schaut er ihnen zu,
verspürt kribbelnde Unruh,
sie steigert sein Verlangen,
Blut schießt ihm in die Wangen.
-4-
Durchzuckt vom Wonnebeben
sie wie auf Wolken schweben,
so fühlt sich auch der Späher,
rückt dem Höhepunkt näher.

-3-
Über den Löffel balbiert
-1-
Wenn seine Fahne ihm vorauseilt,
er das Bett, in dem sie liegt, anpeilt,
scheint er vor Wolllust zu frohlocken,
läuten bei ihr die Alarmglocken.
-2-
Bevor er zu ihr ans Bett taumelt,
während sein Kopf hin und her baumelt
springt sie hoch, hechtet an ihm vorbei,
er ist verschmutzt, stinkt nach faulem Ei.
-3-
Sie überlässt ihn seinem Schicksal
und das gewiss nicht zum ersten Mal,
ist inzwischen gewiefter, klüger,
rettet sich zum Wirtshaus hinüber.
-4-
Dort empfängt mit offenen Armen
sie der Wirt - schenkt ihr sein Erbarmen,
dafür schenkt sie ihm ihre Liebe
und stillt seine sinnlichen Triebe.
-5-
Der Wirt und sie schmieden ein Komplott
- verzeihen wird, s ihnen der Herrgott -
dem Mann wird er Freibier einschenken,
bis Alkohol vernebelt, s Denken.
-6-
Sobald ihr Mann ins Wirtshaus einkehrt,
der Kneipenwirt sich nach ihr verzehrt,
schenkt dem Mann dann kostenlos Bier aus
bis er betrunken torkelt nach Haus.

-4-
Kopfkino

Dank seiner geistigen Höhenflüge
erlebt er im Alter zur Genüge
Erotikszenen voller Vergnügen
- seine Frau wird ihn deshalb nicht rügen -
spielen sich vorm geistigen Auge ab,
Traumfrauen halten ihn ganz schön auf Trab,
seine Gefühle fahren Achterbahn,
Brust vor Stolz anschwillt wie bei einem Hahn,
der bei jungen Hühnern hoch im Kurs steht,
leider viel zu schnell solch ein "Traum" vergeht,
doch bald wird ein neuer Film projiziert -
auf geistiger Leinwand er stark agiert.

-5-
Ungestilltes Begehren

Der Morgen graut, bald ist es taghell,
sie will geliebt werden, auf der Stell,
von ihrem Schatz, der neben ihr liegt,
normalerweise nicht genug kriegt
von ihrer brennenden Leidenschaft,
nur war er abends völlig geschafft
von Überstunden, harter Arbeit
und folglich für den Sex nicht bereit.

- Jetzt müsste er ausgeschlafen sein -
sie schlingt um seinen Körper ein Bein,
er wehrt sie ab, hält sie sich vom Leib,
denn nach einem solchen Zeitvertreib
es ihm ganz und gar nicht gelüstet.
"Lass mich in Ruh", er sich entrüstet,
"tische mir leckeres Frühstück auf,
hab einzig und allein Lust darauf!"

-6-
Liebe nach dem Tod

Die Fleischeslust
überwiegt Frust,
Trauer verfliegt,
Kummer versiegt,
Liebe tut gut,
stärkt Lebensmut,
nichts wird bereut,
heute ist heut,
vielleicht ist man
ein toter Mann
schon allzu bald,
wie Eis so kalt,
drum man genießt
Liebe, die "sprießt",
solang es geht
äußerst diskret.



















































 

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