Andreas Vierk
Der tropfende Wasserhahn
Alle achteinhalb
Sekunden
tropft der Wasserhahn
wie eine unerbittliche,
unbestechliche Uhr.
Und jeder Tropfen ist
Fraktal und Palimpsest
aller vorangegangenen
Tropfen.
So tropft auch unser aller
Klang- und Menschenerbe
immer weiter,
macht uns einander
unleserlich und doch
auswendig zu singen:
Zynismus und Trost
des Metronoms
in den Gebissen
der Klaviaturen
und kostbares Glück
auf einem Notenblatt
der flüsternden Pfefferminze.
Einst traf mich dein Blick
wie Honig im Grünspan
des tropfenden Wasserhahns:
Aufbruch und Mitleid
und Menschlichkeit
in einer flüssigen Perle,
einer Träne vielleicht
einer schluchzenden Freude.
Ich dulde seither
keinen weiteren
misanthropischen
Tropfen
neben mir selbst.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.11.2024.
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