Ingrid Baumgart-Fütterer
Skurrile Weihnachtsgedichte
Geschmackvolles Weihnachtsgeschenk
Kater Malz, ein gewitzter Bengel,
verkleidet sich als Weihnachtsengel,
eine Perücke mit Goldlocken
ziert sein Haupt - Mo ist von den Socken.
Und wie bei einem wahren Christkind
Malz Flügel aus Gänsefedern sind,
in den Pfoten er ein Geschenk hält,
das seiner Freundin Mo sehr gefällt.
Es ist 'ne Schachtel voller Mäuse,
die verkleidet als Nikoläuse
vielstimmige Weihnachtslieder singen,
derweil lässt Malz Glöckchen erklingen.
-2-
Bescherung
Zwischen weißem Rauschebart und Wallehaar
ragt eine Knollennase aus dem Gesicht,
Nikolaus hält erste Ansprache im Jahr,
mit verdeckten Lippen er die Worte spricht.
Seine Mütze, sein Mantel sind scharlachrot,
Jutesack ist prall gefüllt mit Geschenken.
"Liebe deinen Nächsten", lautet sein Gebot,
Kinder ihre Schritte hin zu ihm lenken.
Für jedes Kind hat er ein Geschenk dabei,
ihre Augen strahlen wie Sterne vor Glück
für sie gibt, s auch an Lebkuchen allerlei,
nach der Bescherung zieht Niklaus sich zurück.
-3-
Geldsegen zur Weihnachtszeit
Es verkleideten sich zwei Knaben
als Nikoläuse mit Rauschbart,
trugen in Säcken Weihnachtsgaben,
setzten dann fort, ihre Schlittenfahrt.
Vor einer Sparkasse sie hielten
- Nikolausmütze Stirn bedeckte -
ihre Rolle einleuchtend spielten,
Plan umsetzten, den man ausheckte.
Unter Rauschebärten kam hervor
eine Pistole, scharf geladen,
Kassenwart fast die Nerven verlor,
Räuber raubten aus diesen "Laden".
-4-
Der falsche Nikolaus
Nikolaus im protzigen Schlitten sitzt,
in seinem pelzverbrämten Gewand schwitzt
sein Auto ist vollgestopft mit Säcken,
mit Tannenzweigen und Weihnachtsdecken -
die Säcke sind gefüllt mit Diebesgut,
doch der Nikolaus bewahrt ruhig Blut
Polizisten schöpfen keinen Verdacht,
er grüßt sie mit 'nem Hohoho und lacht,
freut sich über die üppige Beute,
wird sie verhökern an reiche Leute.
-5-
Ihre letzten Weihnachtslieder
Zwei Knaben schleppten sich mit Klapphörnern ab,
Zeit saß ihnen im Nacken, hielt sie auf Trab,
schwerbeladen stapften sie die Treppe rauf,
drehten an der Schlossturmtür herum den Knauf
legten erst mal eine Verschnaufpause ein,
vom Treppensteigen schmerzte ein jedes Bein,
bald darauf stellten sie sich vor den Schlossturm,
bliesen auf Klapphörnern an gegen den Sturm,
spielten voller Kraft schönste Weihnachtslieder
plötzlich ging starkes Unwetter hernieder,
gefolgt von einem Erdbeben, Stärke acht -
der Schlossturm war in sich zusammengekracht.
Knaben waren unter Trümmern begraben,
Seite an Seite mit Klapphörnern starben.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.12.2024.
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