Regina Vogel
Meine Familie
Auf dem Höhenwanderweg meines Gebirges,das in der Abendsonne glüht wie die Buchenholzscheite im Kachelofen,
wandere ich auf engen, felsigen Pfaden.
Über mir erstrahlt der blaue, wolkenlose Himmel.
Dohlen schrauben sich mit den aufsteigenden Winden
in die Höhe und genießen die Aussicht,
die sich ihnen bietet.
Latschenkiefern säumen die Hänge der Berge.
Hier oben können nur die zähesten Pflanzen überleben.
Doch was höre ich in der Ferne?
Die Hufe der Steinböcke,
die in kleinen Familiengruppen über die abschüssigen,
steilen Hänge klettern.
Anmutig stehen sie im Licht der Abendsonne und schnuppern den Duft
der kleinen Kiefern, die sich in die Felsspalten schmiegen.
Ich beobachte die mutigen Bergbewohner
und denke an meine große Familie.
Auch wir müssen steile Hänge besteigen,
achten sorgsam auf jeden Schritt.
Jeder kümmert sich um den anderen.
Wir sind miteinander verbunden,
tief verwurzelt in der Welt,
in die wir geboren wurden.
Welche Freude,
welch Glück erlebe ich,
wenn mein Klan mich umarmt
und wir uns im Rhythmus des Lebens im Wind wiegen.
Seelenbild für meine Schwägerin Beate 2015
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.04.2025.
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