Adalbert Nagele
Termine
Herr Meier hatte Fixtermine,
bei ihm lief alles wie auf Schiene,
sein Leben lang gab's nur Termine.
Im Kindergarten fing es an,
und später war die Schule dran;
voll war der Terminkalender,
für ihn war er ein Zwingender.
Beruflich ging es auch so weiter
und dabei war er immer heiter;
er tat sein Leben so gestalten,
Termine wurden eingehalten.
Ob in der Ehe, ob auf Ämtern,
ob bei den Ärzten oder Eltern,
bei seinen Kindern oder Job,
gebührte ihm ein großes Lob.
Im hohen Alter schlief er ein
und starb, das musste sein;
als er bei Petrus angelangt,
hat er um Einlass schon gebangt.
Doch Petrus sprach: "Das ist nicht toll,
mein Terminkalender ist voll;
bin ausgebucht im Himmelsgarten,
mein lieber Meier, du musst warten.
Leb doch noch eine Zeit lang weiter,
das ist für alle viel gescheiter."
Er hauchte ihm ein neues Leben ein,
so konnte er noch länger glücklich sein.
Man meinte, dass er scheintot war,
und freute sich, das ist wohl klar;
dass er dem Tod entronnen war.
© Adalbert Nagele
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.06.2025.
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