Marc Donis
Abschied
ABSCHIED
Ertrinkt man in Trauer, verdrängt man das Streben.
Die Schatten sind Träume, doch schlafen wir nie.
Wir stellen schon Fragen, warum wir auch leben.
Doch sagen die Eltern: „Das nennt man Magie.“
Verengen sich Blicke, doch nennt man das Leben.
Wie ist das, wenn ich schon mein Herze vergaß.
Was sind schon Gedanken, die jedoch mich weben.
Was ist schon, wenn Liebe ich gar nicht besaß.
Ertrinkt man in Trauer, verdrängt man das Suchen.
Wir leben und leben, doch bleiben kein Kind.
Ich meine, was soll ich noch lieblich verfluchen.
So wisse, oh Mutter, dass sterblich wir sind.
Ertrinkt man in Trauer, verdrängt man das Wollen.
So denkt schon dein Sohne mit neunzehn vom Tod.
Wie soll ich halt leben, wenn sterben wir sollen.
Wobei mir der Kummer mehr Frieden auch bot.
Ertrinkt man in Trauer, verdrängt man die Triebe.
Wir leben, doch missen schon Engel an sich.
Ich sterbe nun lieber mit zwanzig durch Liebe.
Als schließlich veraltet mit achtzig für mich.
Ertrinkt man in Trauer, verdrängt man das Streben.
Die Schatten sind Träume, so schlafen wir kaum.
Doch weine nicht, Mutter. Ich lebte doch eben.
Ich sterbe nicht, Mutter. Ich wechsel‘ den Raum…
15.08.2025
Berlin Biesdorf-Süd
(c) Marc Donis
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.08.2025.
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