Ingrid Baumgart-Fütterer
"Es menschelt" an allen Ecken und Enden
-Alle hier aufgeführten Charakter sind fiktiv-
-1-
Missbrauchtes Vertrauen?
Sie hat ihm gegenüber
eine Vertrauensseligkeit
an den Tag gelegt,
die an "Dummheit" grenzt,
hat ihm Einblicke gewährt
in ihr Seelenleben
und ihre bisher streng
gehüteten Geheimnisse
im Vertrauen darauf,
dass ihre Offenheit
empathisch aufgenommen
und gewürdigt wird.
Sie hat sich ihm anvertraut,
ihr Herz weit geöffnet,
vertraute ihm bedingungslos
während er ihr weismachte,
dass er ihre Aufrichtigkeit
sehr zu schätzen weiß.
Insgeheim verachtete er
sie für ihre Offenheit
und gab ihr den Laufpass,
ohne jegliche Erklärung.
Wird er eines Tages,
was sie ihm anvertraute,
ins Lächerliche ziehen
oder gegen sie verwenden?
Zutiefst enttäuscht, verraten,
diffamiert, hintergangen
fühlt sie sich und es schmerzt,
als hätte er ihrem Herzen,
ihrer Seele Tritte verpasst.
Schmählich lässt er sie allein
mit vielen offenen Fragen,
die er ihr nicht beantwortet,
schürt somit bewusst in ihr
quälende Selbstzweifel.
-2-
Verlorene Worte
-1-
Weil ich auf Verständnis zu treffen glaubte
offenbarte ich dir, was mich bewegte
bis dein Gleichmut mir fast den Verstand raubte,
denn ich spürte, dass sich in dir nichts regte.
-2-
Deine Ohren empfingen meine Worte,
doch gelangten Botschaften nicht an dein Herz,
es war fest verschlossen von einer Pforte,
meine Traurigkeit blieb für dich nur ein Scherz.
-3-
Jedes einzelne Wort, das ich dir sagte,
verlor den Sinn, bevor es dich erreichte,
ich merkte es erst, nachdem ich es wagte
dir preiszugeben meine Lebensbeichte.
-4-
Ich entblößte mit Worten meine Seele
und legte dir mein wundes Herz zu Füßen,
tief enttäuscht, schnürte sich zu meine Kehle,
die Ignoranz musste ich bitter büßen.
-5-
Für nichts und wieder nichts, all meine Worte,
die Enttäuschung hat mich stumm werden lassen,
denn kein Wort durchdrang deines Herzens Pforte,
mein Unglück kann ich immer noch nicht fassen.
-3-
Vertrauensbruch
Geliebt hat er nur die Eine,
die ihm so lieb war wie keine,
dem besten Freund sie sich hingab
den Fehltritt er ihr nie vergab.
Wundes Herz wurde zerrieben,
kann nur noch hassen statt lieben,
sein Ego in Trümmer zerfällt,
mit ihm seine innere Welt.
Vertrauensbruch ist wie ein Riss,
der sich auswirkt als Hindernis,
die Nähe zu Menschen erschwert,
einem hautnahes Glück verwehrt.
-4-
Klatschgeschichten
Am Arbeitsplatz blüht mal wieder der Klatsch,
Bettgeschichten werden zerredet zu „Matsch“,
Tatsachen verdreht bis zum Geht -nicht - mehr,
solange sich nicht regt eine Gegenwehr.
Es wird nicht viel Federlesens gemacht,
wenn andere werden verhöhnt, ausgelacht
doch zum Nachteil gereicht böses Tratschen,
wenn es dafür setzt allererste Watschen.
-5-
Sprechblasen
Sie blubbert ständig vor sich hin,
ihr „Gelaber“ ist ohne Sinn
enthält leere Worte, viel Dampf,
ist nichts als belangloser „Krampf“,
mit dem sie zutextet Leute,
so war, s gestern, so ist, s heute,
wer sie sieht, ergreift schnell die Flucht,
vorm Wortschwall einen Ausweg sucht.
-6-
Der Hochbegabte
Der Klassenstreber war stets gedankenschnell,
wußte auf Fragen Antworten auf der Stell,
sie kamen wie aus der Pistole geschossen,
seine Mitschüler voller Groll beschlossen
ihn auszuschließen, links liegen zu lassen,
das sprach sich rum auch in anderen Klassen,
man verspottete ihn und kaum zu fassen,
noch mehr Schüler begannen ihn zu hassen,
denn ihm gegenüber fühlten sie sich dumm,
blieben deshalb im Unterricht eher "stumm"
rotteten sich bald gegen ihn zusammen,
begannen sein Verhalten zu verdammen,
gönnten dem Streber seine Bestnoten nicht,
schlugen ihn, gingen hart mit ihm ins Gericht,
Galle lief über, grün war jedes Gesicht.
Erst als der "Klassenstreber" in einer Schule für Hochbegabte
gefördert wurde, erhielt er die Wertschätzung, die man ihm zuvor vorenthielt.
-7-
Querdenker
Er liebt es, um die Ecke zu denken,
sich die Hirnwindungen zu verrenken
mental die Welt auf den Kopf zu stellen
und konträre Urteile zu fällen.
Er liebt es, Leute zu irritieren
bis sie den roten Faden verlieren,
irritiert zweifeln an ihrem Verstand.
Außer ihm halten dann alle den Rand.
-8-
Genuss im Überfluss
Erpicht auf hochdotierten Führungsposten
will er mehr Privilegien auskosten,
sich bereichern an dem, was andre machen,
mit Nichtstun nach großen Erfolgen schmachten,
derweilen sein Fähnchen nach dem Wind drehen
und Wege geringsten Widerstands gehen,
sich im exklusiven „En-Vogue-Stil“ kleiden,
das Beste vom Besten sich einverleiben -
auf Luxusgüter ist er ganz versessen,
der „Reichtum“ lässt ihn Molesten vergessen,
doch bei der Haltung er eines nicht kapiert.,
durch „faulen Konsum“ eignes Denken sistiert.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.08.2025.
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