Conny Weituschat
Geteiltes Leid
Zwei Füße gingen durch den Sand.Dem einen war der Weg bekannt,
rollt fröhlich ab bei jedem Schritt.
Und zieht den andren einfach mit.
Der trottet mühsam hinterher.
„Sind wir bald da? Ich kann nicht mehr!
Mir sitzt ganz hinten, hoch am Hacken,
Achilles zeterich im Nacken.
Er sagt, er fühlt sich überdehnt,
weshalb er sich nach Ruhe sehnt.“
Beim Lauf gefürchtet: Sehnenblues.
„Ach komm, mein kleiner Bruderfuß,
mach OMMM und komm in deine Mitte,
mach kleine, sanftem runde Schritte.
Der warme Sand hat so viel Charme.
Du willst nicht etwa auf den Arm?
Denn ohne dich, oh Bruderherz,
wird nicht geteilt dein Soloschmerz!
Er wird vergrößert, ja: verdoppelt,
wenn keiner hinkt und einer hoppelt.
Wir teilen deinen Sehnenschmerz
und ziehn gemeinsam heimatwärts.
Zu Hause ruhen wir zwei Beene
dann aus – und deine Nörgelsehne
kriegt ne Massage, zart und fest,
damit sie bald das Jammern lässt.“
So schleppten sie sich durch den Sand.
Die Schleifspur rieft den glatten Strand.
Doch sind die beiden nicht gestrandet.
Und ihre Spur ist bald versandet.
cow
September 2025Vorheriger TitelNächster Titel
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.09.2025.
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