Dranoel Gnilßew

Planeten Liebe

Ein ferner Planet, allein und leer, 
trieb endlos durch das kalte Sternenmeer.
Kein Licht, das seine Sehnsucht stillt, 
kein Herz, das seine Leere füllt.

„Ich such' die eine, die zu mir gehört, 
die in meine Umlaufbahn gehört, 
wo unsere Bahnen zärtlich schwingen -
zwei Kreise, die zusammen klingen.“

„Durch leere Himmel zieh ich fort, bis ich sie find´.
bisher so lautlos, dass man mich überall vergisst.
Ein Wind aus Staub mein Zeuge ist.“

Er kreiste still in jeder dunklen Nacht, 
hat jede Galaxie durchdacht.
Ihm schien, der Kosmos hatte ihn übersehen.
Er wollte die Suche schon aufgegeben.
Doch er suchte, hoffte - ohne Rast, 
bis Liebe ihm endlich den Atem fasst´.

So sah er sie - in zarter Glut, 
ihr Leuchten schenkte ihm neuen Lebensmut.

Sie tanzte weich im Sonnenwind, 
ein Planet, so zart wie Träume sind.

Er sprach zu ihr in Raum und Zeit:
„Du bist das Ziel von Ewigkeit.
Du trägst mein Licht, du nimmst mein Leid, 
Du nimmst von mir die Einsamkeit."

„Ich suchte dich in jedem Kreis, 
wo Ewigkeit die Zeit vergaß.
Dann spürte ich dein sanftes Licht,
dein Weltentanz, der mich bricht.“

Sie hörte ihn - und drehte sich, 
in ihrem Sternenblick lag ein Gefühl,
von Nähe, Wärme und Licht.

So tanzten sie durch das All, vereint,
so nah, dass selbst die Leere weint.

Die Jahre vergingen wie im Traum, 
sie wuchsen fest in Zeit und Raum.
Er kreiste um sie, voll Verlangen, 
ihr Glanz hielt ihn in sanften Bann.

Er dachte nur an sie, er wollte sie so sehr, 
in jeder Rotation brauchte er ihre Rotation.
Die Angst vor Leere machte ihn kalt, 
Sie war seine Droge, sie gab ihm Halt.

Doch bald erfuhr er,
Sie strahlte hell - doch nicht für ihn, 
ihr Licht flog fremd, ließ ihn verglüh´n.

Sie traf fremdes Glühn - und er allein.
Er sah sie schweben, selig bleich, 
und wusste: nun entgleitet sie zugleich.
Er sah sie kreisen, leicht und verspielt, 
um einen anderen Stern, den sie nun liebt.

„Was hast du getan?", sprach er leis,
„Dieses Chaos in meinem Universum - kalt wie Eis.
Ein anderer füllte Räume, die nur meine sein sollten, 
die Schatten tanzten, wo wir weilen wollten.
Ich wollte so gern nur bei dir verweilen,
doch du ließt dich von einem anderen entweihen.“

„Ein anderer hat den Dreck in deinen Katakomben hinterlassen,
sie riechen nun nach fremder Glut,
Dein Leuchten vergeht, nimmt mir den Lebensmut.“

„Sie war der einzige Planet, 
an dem mein Dasein hing.
Ich wollte für immer bei ihr sein.“

„Was bleibt, wenn die Liebe verglüht?
Wenn dein Licht in fremden Kreisen fortglüht?
Ich wollte für immer bei dir sein - 
doch du ließt mich allein.
Du flogst fort in fremde Bahn - 
und ließest mich im Dunkeln dann.
Du nahmst, was ich dir offen gab - 
mein ganzes Herz - ins leere Grab.
Ich wollte für immer bei dir sein... 
jetzt bin ich wieder... 
allein… Allein…
Was bleibt? Mein Gedanken an dich.“

„Warum kreisen meine Gedanken noch um dich?
„Warum frag'n andere Planeten sich:
Wie es sich in dir anfühlt,
wie es sich anfühlt in dir zu sein?“

Mit der Zeit verglüh'n Gedanken still und sacht, 
im Tod und in der Nacht.

So fiel er zurück in ferne Bahn, 
allein und leer - wie es einst begann.
Sein einstiger Stern schwieg, blieb da, 
beim anderen, fremden Planeten.
Asche zu Asche, Staub zu Staub,
wie es einst war.

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