Istvan Hidy
Zum Johannes dem Täufer
Zum Johannes dem Täufer,
sprach Stefan, der nächtliche Zweifler,
der mit Coffee-to-go und verquollenem Blick
seinen News-Überdruss durch das Internet schickt.
„Wie soll man bestehen in Zeiten der Krisen,
wenn Dürren, Debatten und Daten uns gießen
wie Regen, der nimmer beschließt, aufzuhörn,
und jeder nur scrollt, statt dem Wind zuzuhörn?“
Johannes, im Leuchten der Ampel so still,
sprach: „Frag nicht die Welt, was sie werden will.
Sie taumelt und stolpert, doch geht ihren Lauf —
und du geh ihr entgegen, wach endlich darauf.“
Doch Stefan, verloren in digitalen Fluten,
wollt’ noch ein Gedicht in die Welt hinauspusten,
doch grummelte: „Nüchtern? Da klingt mir alles zu schlicht —
ich brauch erst ’nen Pegel – sonst funkt’s einfach nicht!“
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.11.2025.
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