Leonhard Ried

Was ich mir an Weihnachten wünsche!

 

 

Ende November bekomme ich von meiner Frau immer den gleichen Auftrag: “Du solltest allmählich anfangen, darüber nachzudenken, was du dir an Weihnachten wünschst!”

 

Ein solches Nachdenken ist mir völlig fremd. Tief in meinem Inneren sitzt ein kleiner Buddhist, der längst aufgehört hat, sich irgendwas zu wünschen.

 

Irgendwann kommt aber dann doch die unvermeidliche Frage: “Was wünscht du dir jetzt?”

 

Ich sage dann einfach, was mir spontan in den Sinn kommt. Vor ein paar Tagen habe ich Folgendes gesagt: “Einen Porsche!” Dabei blicke ich sie fragend an. Sie reagiert mit einem müden Lächeln. Ich greife also noch tiefer in die Kiste der Wünsche hinein und lege nach: “Einen Flug zum Mond!?” Sie merkt schon, dass dieses Gespräch wenig Sinn macht. 

 

Deshalb mache ich nochmals einen Anlauf: “Einen Kuss von dir oder viele Nächte mit dir!” Diese Antwort ist zwar ebenfalls unbefriedigend für sie, sie scheint ihr aber trotzdem zu gefallen.

 

Sich nichts zu wünschen, ist auch nicht ungefährlich. Man läuft dann Gefahr, dass man einen Pullover bekommt, der einem überhaupt nicht gefällt und über den man sich dann trotzdem freuen soll.

 

Ich habe mich schon daran gewöhnt, dass ich von mehreren Seiten meine Lieblingsschokolade geschenkt bekomme.

 

Meine Frau zu beschenken, ist sehr einfach. Sie hat Wünsche und äußert diese sehr klar. 

 

Das wichtigste Geschenk habe ich ihr schon gemacht: Vorgestern habe ich innerhalb von zehn Minuten gleich zwei Reisen gebucht (in die Toskana und in die Bretagne). Ich habe das getan, um ihre unbezähmbare Reiselust zu stillen und um weiteren mühsamen Diskussionen über dieses Thema aus dem Weg zu gehen. 

 

Ob sie sich am 24. 12. noch an dieses Geschenk erinnern wird? Und ob das mit den Reisen auch klappen wird? Es kann so viel dazwischen kommen!


 

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