Heinz-Walter Hoetter

Zwölf Gedichte von Heiwahoe

 

 

 

1. Die Friederike aus Friedrichshafen, die wollte mal mit ihrem Bernhardiner schlafen. Doch der wollte nicht. Warum? Er hatte Gicht.

 

 

2. Herr Maier aus Wolfenbüttel, der hatte in der Hose einen dicken Knüppel. Den ließ er manchmal bei den Frauen raus. Auch außer Haus.

 

 

3. Ja, sie war ein junges Ding und ach so fein.

Ihre Keuschheit, die war überall gepriesen.

Doch irgendwann ließ auch sie den Lümmel rein.

Sie trieb es gern im Freien und auf grünen Wiesen.


 

4. Mein Ringelnatz ist wie eine Möhre.

Sehr, sehr lang und auch ganz hart.

Selten schau ich bei Frauen in die Röhre.

Und wenn doch, mach ich eine Wallfahrt.


 

5. Es wieherte Udo, der Schimmel: „Schon wieder? Um Himmels Pimmel!“ Da sprach die Stute, sie hieß Ute: „Steck' schon rein, deine Schimmel-Rute!“


 

6. Mitten auf der grünen Weide hat Sepp den Penis in der Scheide. Die Maid, sie jauchzt vor lauter Glück und Sepp, der vögelt wie verrückt. Zum Höhepunkt, da kommen beide, ja auf der schönen grünen Weide. Daneben steht ne’ fette Kuh und glotzt den beiden blökend zu.

Muh, muh, muh.

Ja..., vögeln auf der grünen Weide, das kannst auch du!

 

 

7. Ach wie hart ist heut' mein Stängel. Ich bin auch ein richtig böser Bengel. Nehme die Hand, benutze sie noch. Suche die Venus, die Tiefe, das Loch. Spüre die Wärme, des Lebens Dasein. Sie wird bald keine Jungfrau mehr sein.

 


 

8. Ein Pfarrer aus Peine, ja, der war nie alleine. Er trieb es mit Wonnen nur mit geilen Klosternonnen.


 

9. Es ging mal ein Patient aus Stralsund, zu seinem Arzt, er fühlte sich nicht gesund. „Sie sind einfach viel zu rund“, war der Befund. Außerdem haben Sie Krebs und werden tot sein in einer Stund.“


 

10. Da gab es mal eine Hausfrau aus Herten, die lebte zusammen mit einem Gefährten. Von dem bekam sie schon bald zehn Kinder. Ihr Gefährte, der war ein liebestoller Inder.

 

11. Surreale Welt

Gelbe Zitronen und dicke Pflaumen tanzen mit roten Radieschen einen flotten Dreier. Ein komischer Vogel steht auf einem Bein, wahrscheinlich ist es ein verdorrter Reiher. Es heult der Wind um die runden Totenhausecken und obszöne Flüche künden vom elendigen Verrecken. Auf dem Friedhof der Kuscheltiere nagt ein fetter Biber am goldenen Schrein. Da fragt man sich schon: „Muss das denn sein?“ Der Totengräber baut mittlerweile alte Leichen zusammen in seinem Schlafzimmer. Warum er das macht, das weiß man nicht. Es wird immer schlimmer. Vom Himmel regnet es schon wieder Eiter und die Frau des Totengräbers steht im offenen Grab auf einer Leiter. Der Sensenmann, der schaut ihr bei der Arbeit zu von oben, dann fährt die Sense runter von dort droben. Die Alte rutscht jetzt ohne Kopf ins Grab. Der Tod hat schon Humor und hat sein Haupt erhoben. Man sollte ihn für diesen kleinen Spaß auch mal ein bisschen loben.


 

12. Ein großes Tier, es kam mir ganz nah. Ich erkannte, dass es wohl ein Zebra war. Hey du, ich möchte ein Schimmel sein. Mach' die Streifen weg, das wäre fein.“ Mit einem Radiergummi machte ich sie weg. Die schwarzen Streifen lagen bald im Dreck. Ja, jetzt war das Zebra nun ein echter Schimmel. Von Kopf bis Fuß, von den Beinen bis zu Pimmel.


 

(c)Heiwahoe


 


 

 

Bild zum Gedicht Zwölf Gedichte von Heiwahoe

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