Dietrich Pietsch
Als ein Schritt innehielt
Es ist die Kälte,
die alles einfriert –
meine Knochen
meine Gedanken
selbst meinen Blick.
Ich halte ihn gesenkt,
sehe nur Beine,
schnell, entschlossen,
auf dem Weg
nach Hause,
zur Familie,
zum Partner,
in vertraute Wärme.
Sie hasten an mir vorbei,
in die Geborgenheit
hinter verschlossenen Türen.
Der Frost
kriecht aus dem Boden.
Doch jetzt ist die beste Stunde –
kurz vor Schluss,
wenn die Stadt noch einmal
Atem holt und
an mir vorbeiströmt.
Dann stockt ein Schritt,
bleibt vor mir.
Mein Blick tastet
an einem Mantelsaum hinauf,
über einen Schal,
in das schmale Gesicht
einer Frau,
in dem sich
ein Rest Fremdheit löst -
plötzlich
Erkennen,
Staunen -
der Hauch eines Sommers,
ein fast vergessenes Lächeln,
ihr Blick,
der mir einst vertraut war,
für einen Moment verwirrt.
Eine Münze fällt in den weißen Becher
in meiner Hand -
wie ein helles Echo des Sommers.
Und die Welt fließt weiter,
ohne Halt,
ohne Rast.
©dietrichpietsch
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.12.2025.
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